zu sich selbst finden auf dem Jakobsweg

sich selbst finden auf dem Jakobsweg 

Auf dem Jakobsweg kann jeder zu sich selbst finden. Du bist einzigartig so wie du bist. Sei mutig, du selbst zu sein lohnt sich. Jeder geht seinen Weg, keiner gleicht dem anderen. Unter Milliarden von Menschen gibt es keinen der die gleiche Persönlichkeit und die gleichen Gene hat wie du.

Lebe das Leben und deine Einzigartigkeit, sei Du. Lass dich nicht verbiegen. Gehe deinen Weg so wie er dir gut tut. Sei unverwechselbar, egal welchen Weg die anderen gehen. Egal was die anderen dir sagen, welche Empfehlungen sie geben – Du wirst den Weg für dich erleben.

Jeder hat seine eigenen Erlebnisse auf dem Weg, keiner gleicht dem anderen. Deshalb sei mutig: du selbst zu sein lohnt sich. Was mich der Jakobsweg über das Leben gelehrt hat:

 

Aus dem Inhalt:

1. Sich selbst finden ist ein großes Glück

2. Höre auf Deine innere Stimme

3. Glücklich sein durch inneren Reichtum

4. Gelassenheit im Alltag

5. Die Sehnsucht läuft weiter

 

 

1. Sich selbst finden ist ein großes Glück

Ich war mir anfangs nicht klar was dieser Camino für mich bedeuten würde. Es schien so, als wäre er wie der Weg meines eigenen Lebens. In mein Tagebuch habe ich geschrieben:

„Immer meinen eigenen Weg suchend, manchmal verirre ich mich und werde traurig. Ich glaube ich kann diesen Weg nicht mehr in diese Richtung weitergehen, -umkehren, etwas anderes machen, aufgeben.

Mit den Menschen auf dem Camino ergeht es mir genau so. In den Herbergen treffe ich auf viele Menschen aber ich finde nicht wirklich jemanden mit dem ich den Weg gemeinsam laufen möchte.“

Heute weiß ich, dass mir die ersten Wochen alleine zu laufen sehr gut getan haben. Ich war mit mir selbst beschäftigt und das hat etwas in Gang gesetzt bei mir. In den ersten Tagen konnte ich alles loswerden was sich in meinem Kopf an Gedanken angesammelt hatte – wie die Entleerung eines Stausees.

 

Mein Gedankenkarussell

Unvorstellbar was mir alles durch den Kopf ging, wie viel ich denken konnte. Familie, Freunde, Arbeit, Aufgaben die noch zu erledigen sind und und und… Immer wieder das Gleiche denken. Und noch mal, und noch mal.

Aber irgendwann war plötzlich alles „aus gedacht“, plötzlich war Stille in meinem Kopf.

 

“ Das war himmlisch ! Da war Ruhe, einmalige Ruhe !“

sich selbst finden Steinmännchen

Ohne dass es mir zunächst auffiel hatte ich kein Gedankenkarusell mehr. Plötzlich nahm ich den Weg ganz anders war. Aufmerksam bemerkte ich Kleinigkeiten die mir bisher nie aufgefallen waren. Eine Schnecke die auf einem umgekippten Baumstamm kroch, mehr als 4m entfernt vom Weg ! Ein kleiner Stein, geformt wie ein Herz. Das zwitschern der Vögel, der Wind der über die Felder strich. Alles hatte sich irgendwie verändert.

Ich hatte diese Zeit für mich gebraucht. Niemand hätte mir dabei besser helfen können als ich selbst. Ich trug alles in mir, immer schon. Zu sich selbst finden ist ein großes Geschenk und ein großes Glück.

Von da an war ich viel offener für die Welt um mich herum. Das Leben veränderte sich unmerklich. Es war für mich in Ordnung mit anderen Menschen zu laufen, und plötzlich wurden daraus auch Freunde. So hatte ich unbewusst zu mir selbst gefunden. Ich wurde klar und wusste wer ich bin.

 

 

2. Höre auf Deine innere Stimme

Ich werde den zweiten Tag meines Jakobsweges nie vergessen. Mit meinem viel zu schweren Rucksack bin ich morgens um 6 Uhr in Roncesvalles losgelaufen. Nichts gefrühstückt, kein Essen dabei. Im kleinen Dorf Linzoain endlich in einer Bar gefrühstückt. Geplant hatte ich eine Strecke von 20 Km zum eingewöhnen.

Kurz vor meinem Tagesziel traf ich einen motivierten Spanier der gerade aus dem Bus ausgestiegen war und noch bis Pamplona laufen wollte. Ich ließ mich überreden, diese viel zu lange Strecke noch mitzulaufen – was für eine Idee – !

Noch dazu begann es in Strömen zu regnen. Der Weg verwandelte sich in ein einziges Matsch-Meer, an den Schuhen klebten riesige, schwere Klumpen. Ich fühlte mich wie ein Profifussballer mit 10 Kilo Bleimanschetten an den Füßen.

Zu Essen gabs auch nix ! An diesem Tag hatte ich 36 Kilometer zurückgelegt mit einem Rucksackgewicht von 19 Kg ! Total platt konnte ich in der Herberge gerade noch ein Pilgermenue essen und bin direkt ins Bett gefallen.

 

“ Was habe ich daraus gelernt ?“

sich selbst finden auf dem Weg

Höre sensibel auf dein Inneres und deinen Körper, und nicht auf deinen Ergeiz. Jeder muß mit seinen Füßen, seinen Schuhen und seinem Gepäck seinen eigenen Wanderrhythmus finden.

Dies kannst du auch auf deinen Alltag zu Hause übertragen. Auf deine Innere Stimme hören, deinen eigenen Weg gehen.

 

 

3. Glücklich sein durch inneren Reichtum

Bei meinem ersten Jakobsweg musste ich mich sehr einschränken und hatte nur das Nötigste dabei. So dachte ich zunächst. Ich war stolz darauf gerade einmal mit 19 Kg Gepäck auszukommen.

Zugegebener maßen hatte nicht jeder verstanden, warum ich unbedingt eine Photoausrüstung von 4Kg mitnehmen wollte.

Auf meine Nikon verzichten ? Unmöglich – dafür waren mir die Bilder viel zu wichtig. Außerdem wollte ich eine gute Qualität für meine anschließenden Vorträge in Deutschland.

Mein dickes Wörterlexikon sowie der dicke Kunstreisefüher waren ein unbedingtes Muß. 3 Jeanshosen, eine dicke Thermoskanne, eine Daunenjacke ( nein, ich bin nicht im Winter gelaufen) und weitere unverzichtbare Gegenstände die meinem damaligen Sicherheitsbedürfnis entsprachen.

 

sich selbst finden

 

Ich kann mit sehr wenig materiellen Dingen glücklich sein. So dachte ich. Es wäre für mich unvorstellbar gewesen auf meinen Kunstreiseführer und mein dickes Langenscheid Spanisch-Deutsch Diccionario zu verzichten.

Dann kam der dritte Pilgertag. Spätestens jetzt war mir klar, dass ich auf noch mehr verzichten musste. Und so stand ich in Pamplona vor dem Postamt mit einem großen Karton. Ich musste mich von „lebensnotwendigen“ Dingen trennen.

Meine Daunenjacke, zwei Jeans, mein Mittelalter Roman den ich Abends in den Herbergen lesen wollte, Diccionario, Kunstreiseführer, Thermoskanne und die halbe Hausapotheke waren in dem Paket dabei, das ich nach hause schickte. Jetzt hatte ich „nichts“ mehr im Rucksack. Er wog nur noch 12Kg (inclusive meiner 4kg Photoausrüstung). Ich habe nichts vermisst.

Durch den Jakobsweg habe ich gelernt mit ganz wenigen Dingen Glücklich sein zu können. Dass Zufriedenheit aus meinem Inneren wächst. Dass durch Erleben und Wahrnehmen eine große Präsenz im Hier und Jetzt entstehen kann. Mehr brauche ich nicht. Im Augenblick Leben bedeutet auch nichts zu vermissen bedeutet zu sich selbst zu finden.

 

“ Nimm nur das Nötigste mit und davon die Hälfte“

 

 

4. Gelassenheit im Alltag

Auf der Hochebene der Meseta fühlte ich mich richtig elend. Es war kalt, den ganzen Tag regnete es schon und ich hatte einen Bärenhunger. Ich hatte nichts mehr zu trinken und nichts mehr zu essen, ich wollte nur noch Ruhe! Wo ist die nächste Herberge ?

Gerade dann als ich Feierabend machen wollte und das gut erschlossene Herbergssystem brauchte war ich meilenweit weg von diesen Einrichtungen. Jetzt würde ich auch die primitivste oder selbst eine unmäßig teure Unterkunft in Kauf nehmen.

Das Geld dafür steckt in meiner Tasche, doch ich kann es nicht los werden. Es dunkelt schon und ich werde unruhig. Seit längerem vermisse ich die ersehnten gelben Markierungen. –Panik bricht in mir auf!

Jetzt wird mir langsam klar – Ich habe mich verlaufen ! Weit und breit kein Baum, kein Strauch, kein Haus, kein Dorf.

 

“ Nur noch Landschaft. Einsame Landschaft – und Ich.“

sich selbst finden Landschaft

Ich werde wütend und schimpfe vor mich hin, warum mache ich das hier überhaupt ?

Bis ich plötzlich aus der Ferne einen Traktor höre, der immer näher kommt. Mit dem Bauer fahre ich erleichtert ins nächste Dorf. Wir haben uns noch sehr lange über den Camino in der Bar unterhalten und philosophiert. Ich war ihm sehr dankbar. Der Tag war eine Bereicherung für mich.

Was habe ich daraus gelernt ?

Die Dinge gelassen annehmen so wie sie sind. Kein Beurteilen kein Verurteilen, sondern immer wieder ja, so ist es jetzt. Ja, ich habe mich verlaufen – gut – und wie geht’s jetzt weiter ? was will ich als nächstes ? Oft erweisen sich die Umwege im nachhinein als eine Bereicherung. Das Leben steckt voller Überraschungen. Sich selbst finden bedeutet Gelassenheit im Alltag leben können.

 

 

5. Die Sehnsucht läuft weiter

 

Wenn du einmal den Jakobsweg gelaufen bist wirst du bald merken, dass du ihn wieder laufen möchtest. Entweder in „Gedanken“ oder tatsächlich auf dem Weg. Der Wunsch wird in dir immer größer, noch mal eine Strecke oder eine andere Route zu laufen. Das geht vielen Jakobsweg Freunden so.

Jakobsweg laufen und ‚Du selbst sein’ verbindet sich miteinander. Es verschwimmt. Die Erinnerung an das Laufen ist auch die Erinnerung an die Freude, die Mühe und die Begegnungen des Weges.

Wenn du im Alltag zuhause Kraft brauchst, erinnere dich an deinen Jakobsweg. Aus dem Erlebten kannst du Kraft schöpfen, dir deinen Weg in Erinnerung rufen wenn du es brauchst. Du weißt, wie viel du erreicht hast und kannst dir mehr zutrauen.

Die Sehnsucht nach dem Weg ist auch die Erinnerung etwas großartiges erlebt und geleistet zu haben. Darauf kannst du stolz sein.

 

Zusammenfassung: 

Der Weg lebt weiter in uns. In den Erfahrungen die wir gemacht haben, in den Menschen denen wir begegnet sind. Erinnere dich, das auch jetzt in diesem Augenblick Menschen auf ihrem Jakobsweg sind, sich begegnen und voneinander lernen. Jeder kann auf dem Jakobsweg zu sich selbst finden.

 

 


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