Jakobsweg für Anfänger

Jakobsweg für Anfänger

In diesem Beitrag erfährst du, auf was man alles achtet, wenn man als Studentin oder Student den Jakobsweg gehen möchte. Außerdem erfährst du, wie es zu diesem Interview kam.

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Eine spannende Reise

Dann möchte ich dich jetzt in eine kurze Zeitreise zurücknehmen. Anfang letzten Jahres, also Anfang 2020, als die Abschlussarbeiten der Studenten zum Projekt Jakobsweg im Gründerinstitut der SRH Hochschule in Heidelberg vorgestellt wurden.

Wir waren alle total aufgeregt. Ich selbst war fasziniert von dem Elan und von der Begeisterung, die die Studierenden mitbrachten, um an ihren Themen zu arbeiten. Und für eines dieser Themen hatten die Studenten beschlossen, noch einmal kurzfristig eine Podcast Folge aufzunehmen, in der es darum geht, anderen Studentinnen und Studenten den Jakobsweg schmackhaft zu machen. Es gehörte sozusagen zur Abschlussarbeit und zur praktischen Übung mit dazu.

Interview für Studierende die den Jakobsweg gehen wollen

Ja, und so kam ich zum allerersten Mal in ein richtiges großes Tonstudio mit Wänden voller Schaumstoff und mit ganz vielen Mikrofonen. Ich weiß nicht, wer aufgeregter war, ob ich es war, der zum ersten Mal interviewt wurde, oder ob es die Studenten waren, die das Interview aufgenommen hatten.

Um was geht es in diesem Interview? Was waren die wichtigsten Fragen für die Studierenden? Nun, da war zunächst einmal die Frage, wie man sich überhaupt motivieren kann und ob man das überhaupt schafft. Und am Ende natürlich auch die Frage nach dem Pilger Ausweis.

Die Fragen wurden von Franca Louisa Goldschmidt gestellt und für die Technik war Dennis Wetter verantwortlich. Ja, vielen Dank, liebe Franka, Luisa und lieber Dennis, dass ihr die Aufnahme noch auf euren Rechnern gefunden habt. Und jetzt hören wir rein in das allererste Interview. Viel Spaß dabei!

Wie kommt man das Erstemal darauf den Jakobsweg zu laufen?

Franka: Hallo und herzlich willkommen zu unserer ersten Podcastfolge von Dein Jakobsweg. Ich bin Franka und ich habe heute einen ganz besonderen Gast bei mir. Und zwar Peter Kirchmann. Er ist Gründer von Jakobsweg Lebensweg.de, der  Blog über den Jakobsweg mit Tipps zum Packen, wie man auf dem Jakobsweg sich selbst finden kann und auch zur Motivation.

Wie oft bist du den Jakobsweg gelaufen und wie kamst du überhaupt dazu?

Peter: Ja Hallo Franca, herzlichen Dank für die Einladung. Da freue ich mich sehr.

Der Jakobsweg begleitet mich schon sehr, sehr lange. Ich bin das erste Mal 1993 den Jakobsweg gelaufen in Spanien, den Camino Frances von der französischen Seite aus über die Pyrenäen und dann den kompletten Weg bis Santiago durch. Anschließend, in den Jahren darauf, kamen weitere Jakobswege in Spanien hinzu. Und das alles zu einer Zeit, zu der der Jakobsweg noch nicht diese Popularität hat, wie es heute der Fall ist.

Wie motiviert man sich als Anfänger für den Jakobsweg?

Franka: Also das klingt echt beeindruckend. Sag mal, wie kann man sich denn motivieren den Jakobsweg überhaupt zu laufen und dann auch noch so oft zu laufen?

Peter: Ja, das erste Mal war es eigentlich Zufall. Es hat sich einfach ergeben. Ich habe sehr viele Fotografie-Reisen im Süden Spaniens durchgeführt. Die andalusische Mentalität hat mir sehr gut gefallen und ich wollte dann nach vielen Jahren im Süden Spaniens auch das Gegenstück im Norden kennenlernen. Das heißt entlang der großen Städte die dortigen Kulturdenkmäler fotografieren.

Als ich auf der Landkarte, damals hatte man mit Landkarten gearbeitet, die Stecknadeln aufgesetzt hatte, wo ich unbedingt fotografieren möchte, habe ich plötzlich festgestellt, da gibt es so etwas wie einen Jakobsweg. Und bevor ich den mit dem Auto entlangfahre, das wäre jetzt ziemlich langweilig für mich gewesen, habe ich gedacht Okay, dann laufe ich den Weg. So bin ich durch Zufall auf den Jakobsweg gekommen.

Jakobsweg für Anfänger Roncesvalles

Jakobsweg für Anfänger: 3 Aufgaben

Warum den Jakobsweg überhaupt als Pilger-Anfänger laufen? Ganz einfach:

Wenn du einen „ganz besonderen Urlaub“ erleben möchtest, nicht pauschal am Strand oder am Meer, dann ist der Jakobsweg ein wirklich einmaliges Erlebnis. Die Gemeinschaft der Pilger in den Herbergen zu erleben oder auch die Einsamkeit des Pilgerns genießen, bleibt unvergessen. Das reduziert und einfach Leben bringt jedem Neuling eine besondere Lebenserfahrung.

Auf dem Jakobsweg hast du nur 3 Aufgaben:

  1. Laufen
  2. Essen
  3. Schlafen

Wieviel Kilometer läuft man am Tag?

Franka: Und wie lange ist da so die Strecke? Also wie lange läuft man als Jakobsweg Anfänger da auch?

Peter: Das hängt von ganz, ganz vielen Faktoren ab. Also ich weiß, dass heute die Frage „Wie lange läuft man“ oder „wie viele Kilometer läuft man“ am Anfang, wenn man zum ersten Mal sich mit dem Jakobsweg beschäftigt, eine wichtige Frage ist. Vor allen Dingen für eine Etappen Planung. Und wie viel Zeit habe ich überhaupt, um den Jakobsweg zu laufen? Wenn man dann die ersten Tage gelaufen ist, spielt das keine so große Rolle mehr. Das heißt, dass das Tagestempo und der Rhythmus durch die Einfachheit des Alltages oder des Laufens bestimmt wird.

Franka: Wie viele Tage sollte man so einplanen? Wieviele Tage müsste ich mir jetzt von der Arbeit frei nehmen? In welchem Zeitraum würdest du sagen, könnte man es so im Durchschnitt ungefähr schaffen?

Peter: Ja, auch eine Frage welche mehrschichtig beantwortet werden kann. Es ist ja die Frage, wieviel Zeit kann ich mir für den Jakobsweg freinehmen oder auch die Frage „Wo möchte ich loslaufen?“

Wie war das Pilgern im Mittelalter?

Es gibt beispielsweise Pilger, die direkt in Deutschland loslaufen, wie es früher im Mittelalter üblich war, nämlich dass der Pilger direkt an der eigenen Haustüre seinen Pilgerweg beginnt in seiner Ortskirche noch den Segen vom Pfarrer bekommt und dann losläuft. So war das früher im Mittelalter oft der Fall.

Und dann waren die Menschen einfach ohne Smartphone, ohne Telefon mal drei, vier Monate unterwegs, um bis nach Santiago zu kommen. Und damals stieg man dann auch nicht in einen Flieger ein, um zurückzufliegen, sondern man musste die gleiche Zeit in etwa rechnen, um dann wieder nach Hause zu kommen. Teilweise waren die Menschen im Mittelalter dann bis zu einem Jahr unterwegs, ohne dass man wusste, wie es ihnen geht, wo sie gerade sind oder ob irgendwas passiert ist.

Was, wenn ich nur zwei Wochen Zeit habe?

Es gibt Pilger, die eine Woche den Jakobsweg laufen. In einer Woche kann man für sich etwas erleben. Viele Pilger, die zwei Wochen laufen und dann gibt es auch die klassische Frage: „Ich habe drei Wochen Urlaub. In den drei Wochen möchte ich den Jakobsweg laufen. Welchen Weg würdest du empfehlen?“

Nicht jeder wird von der Haustüre loslaufen. Viele beginnen, direkt in Spanien den Weg zu laufen. Entweder zählen sie rückwärts von Santiago, also von dem eigentlichen Ziel wie weit oder wie lange brauche ich, um nach Santiago zu kommen.

Wenn jemand drei Wochen Urlaub hat, dann fängt man irgendwo in der Mitte der Strecke an. Zum Beispiel in Leon um eine Stadt zu nennen.

Oder Pilger, die bewusst sagen mir ist es nicht wichtig, in Santiago anzukommen. Diese können dann auf der französischen Seite der Pyrenäen beginnen und laufen in den drei Wochen so weit, wie sie kommen und im Folgejahr dann das nächste Wegstück ab dort weiter.

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Gibt es einen empfohlenen Jakobsweg für Anfänger?

Franka: Und wenn ich jetzt Anfänger wäre, gibt’s da auch Anfänger Strecken oder wie ist da die Vorbereitung?

Also wenn ich mich kurz beschreiben darf, ich bin jetzt so nicht ganz unsportlich, aber auch nicht so sportlich. Wenn wir vielleicht mal ein Mittelmaß nehmen, was würdest du da empfehlen?

Peter: Also empfehlenswert wäre natürlich, zu Hause schon mal ein paar Wochen vorher zu beginnen und am besten auch übers Wochenende mit der tatsächlichen Ausrüstung, d.h. mit seinen Wanderschuhen und auch mit einem Rucksack, der dann das Gewicht beinhaltet, dass man auf dem Jakobsweg mitnehmen möchte. Das empfehle ich immer sehr gerne.

Es ist aber auch so, dass eben nicht jeder die Zeit hat, über einen längeren Zeitraum sich vorzubereiten. Wer im beruflichen Alltag oder im Alltagsstress ist und dann nicht die Möglichkeit hat, sich vorzubereiten, empfehle ich immer langsam zu beginnen.

Am ersten Tag beispielsweise zehn Kilometer oder nicht mehr wie 10 Kilometer am zweiten Tag dann als Beispiel 15 Kilometer zu laufen, am dritten dann zwanzig.

Auf deinen eigenen Körper hören

Das heißt, selber auf seinen Körper zu hören: Wie weit laufe ich jetzt, sodass es mir noch gut geht? Die Gefahr ist nämlich gerade in der Anfangsphase, sich zu überschätzen oder mit Ehrgeiz loszulaufen. Und wer mit Ehrgeiz losläuft, der wird dann am dritten, vierten Tag diesen Ehrgeiz auch mit Blasen an den Füßen bezahlen können.

Übrigens, die eigentliche Vorbereitung, die findet im Normalfall nur auf dem Jakobsweg statt. Denn keiner von uns ist es gewohnt, mal drei, vier Tage am Stück 20, 25 oder teilweise auch 30 und mehr Kilometer zu laufen. Deshalb wird die Eingewöhnung oder das sich gewöhnen an seinen eigenen Lauf-Rhythmus in der Regel erst auf dem Camino direkt erfolgen.

Jakobsweg für Anfänger Rucksack

Gibt es einen Jakobsweg für Anfänger?

Von Anfängern kann man eigentlich nicht reden. Höchstens von Pilgern, die bisher keine Erfahrung gesammelt haben, mehrere Tage und Wochen eine lange Fernwanderung durchgeführt zu haben.

Dennoch gibt es Unterschiede im Schwierigkeitsgrad der einzelnen Jakobsweg Routen. Hierzu findest du im Buen-Camino-Club eine Entscheidungsmatrix, die alle Wege aufführt und welches für dich die beste Möglichkeit darstellt.

Um dich sicherer zu fühlen als Jakobsweg Novize, kannst du zu hause auf einheimischen Jakobswegen mal ein Wochenende pilgern. So kannst du eine kleine Tagesroutine erleben.

Wie fit muss ich sein?

Franka: Ich muss also jetzt nicht unbedingt die Fitteste sein?

Ich habe tatsächlich erst vor ein paar Tagen eine Reportage vom SWR gesehen, wo eine Reporterin für 7 Tage den Jakobsweg gelaufen ist und hat das auch ausprobiert. Sie ist dort den verschiedensten Menschen begegnet und da war tatsächlich ein Marathonläufer dabei. Er hat sich wirklich zum Ziel gesetzt, dass er jeden Tag einen Marathon auf dem Jakobsweg läuft. Da bin ich tatsächlich ein bisschen zurückgeschreckt. Wenn man da so hoch sportliche Pilger sieht, dann schreckt man ja schon irgendwo ein bisschen zurück.

Peter: Also der Marathonläufer würde wahrscheinlich in den Pyrenäen selbst Probleme bekommen, um auf seine Kilometer Anzahl zu kommen.

Als Jakobsweg für Anfänger könnte man den Camino Português de la Costa, also an der Küste entlang, bezeichnen. Er hat relativ wenige Höhenmeter bis Santiago. Das ist ein Weg, den würde ich, wenn man überhaupt von einem Anfänger weg sprechen kann, empfehlen.

Dieser Jakobsweg ist sicher etwas einfacher, wie wenn du gleich mit den Pyrenäen startest. Eine weitere Möglichkeit wäre, die Pyrenäen bewusst auslassen und irgendwo ab Pamplona oder ab Puente la Reina beginnen. Oder ab Burgos, wo du auf der Kastilischen Hochebene läufst und über viele Kilometer einfach nur mit sehr wenig Höhenmetern dich an den Jakobsweg gewöhnen kannst.

Wie sind die ersten Pilgertage?

Franka: Wieviel sollte ich mir denn so am Tag, wenn ich das jetzt zum ersten Mal laufen würde, dann zutrauen? Hast du da vielleicht irgendwie schon eine Erfahrung gemacht?

Peter: Ich würde am ersten Tag als Empfehlung die Strecke laufen, die ich an einem Wochenende bei einem langen Spaziergang mir auch zutraue. Das sind dann in der Regel irgendwo, jetzt wird der eine oder andere schmunzeln, zwischen sechs und zehn oder zwölf Kilometer. Das reicht für mich immer für den für den ersten Tag. Also lieber den ersten Tag auch bewusst als als Eingewöhnung ansehen. Da zwickt ein bissel der Rucksack und die Schuhe, die Beine sind als Anfänger noch nicht den Rhythmus gewohnt. Und dann am zweiten Tag steigern. Und ab dem dritten, vierten Tag bin ich eingelaufen.

Franka: Und war das bei dir auch mal so bei deinen Jakobswegreisen, dass du dir tatsächlich auch mal zu viel zugetraut hast?

Peter: Ja, ja. Also ich habe auch diesen Anfängerfehler nicht nur einmal gemacht, sondern mehrmals. Bei mir ist das so, wenn ich dann loslaufen und die frische Luft in der Natur spüre und die gelben Pfeile sehe das begeistert mich. Das ist für mich Abschalten vom Alltag. Ein Ankommen in der Ruhe und in der Natur. Und regelmäßig, wenn ich nicht aufpasse, kann es passieren, dass auch bei mir die ersten Tage zu viel Kilometer sind.

Die Hochebene der Meseta kann eine Herrausforderung sein

Ein anderes Beispiel: Als ich auf der Hochebene der Meseta auf dem Camino Frances unterwegs war, da hatte ich mehrere Tage mit über 40 Kilometern und ich hätte am Abend noch weiterlaufen können. Das ist das. Es kommt dann. Irgendwann kommen Tage oder sind Tage dabei da bin ich im Flow, da lauf ich und da spielt auch die Kilometer Anzahl keine Rolle.

Wir sprechen zwar jetzt sehr viel über Kilometer, aber letztendlich ist es ein Gefühl der Freiheit und ein „seinen eigenen Körper mit seinen Grenzen“ kennenlernen. Und dies in einer Art und Weise, die wir im Alltag nicht kennen. Das ist genau das Spannende und das Faszinierende.

Wie viel wir tatsächlich leisten, ist der falsche Ausdruck. Aber wie viel wir uns zutrauen können oder vielleicht mehr erreichen als wir uns jemals zugetraut haben.

Jakobsweg für Anfänger langsam beginnen

Tipp: Langsam beginnen

Der wertvollste Tipp und die wichtigste Erkenntnis: Der Pilgerweg ist dein Fitnesstrainer. beginne langsam. Die ersten drei Tage sind entscheidend für den Beginn. Laufe am ersten Tag nicht mehr, als du zuhause bei einem normalen Spaziergang auch laufen würdest. Nach drei Tagen bist du eingelaufen.

  1. Tag: max 8-10 Kilometer
  2. Tag: max 10-15 Kilometer
  3. Tag: max 20 Kilometer

Meine Empfehlung: Gehe zuhause mal ein verlängertes Wochenende 3 Tage mit Rucksack einen „Pilgertest-Lauf“ inclusive Übernachtung.

Vertrauen in das eigene Körpergefühl

Da könnte ich auch noch ein tolles Beispiel von unserer Tochter bringen, als wir auf dem Jakobsweg unterwegs waren mit der Familie. Das war einfach für mich faszinierend.

Wenn es Auseinandersetzungen gibt, dann möchte man alleine sein, alleine laufen. Und das hat unsere Tochter auch getan. Sie ist dann immer so 100, 200 Meter weiter vor uns gelaufen. Ein strammer junger Spanier hat uns überholt. Das war dann wahrscheinlich auch so ein Marathonläufer. Und dem ist sie hinterhergelaufen. Es war eine Anhöhe. Das ging dann 3, 4, 5 km nur bergauf und ich bin den beiden nicht mehr hinterhergekommen. Das war für mich unfassbar. Und als wir oben angekommen sind, habe ich sie gefragt, wie sie das gemacht hat. Weil ich völlig perplex war. Und dann sagt sie „Ach, das ging einfach so. Ich wollte dem Spanier hinterherlaufen und dann war ich einfach so im Fluss. Da konnte ich einfach weiterlaufen“.

Und das war nicht das Eigentliche, was mich daran fasziniert hat, sondern das, was mich wirklich fasziniert hat, war das, was sie anschließend gesagt hat, nämlich den Ausspruch:

„Und jetzt weiß ich, dass ich mir viel mehr zutrauen kann, wie ich jemals gedacht hätte“.

Und das hat mich natürlich sehr, sehr berührt. Ja, es drückt das eigentlich auch sehr schön aus.

Ist ein Pilgerausweis nötig?

Franka: Kommen wir zum Pilgerausweis. Vielleicht haben das auch viele von euch mal geguckt, den Film mit Hape Kerkeling. Da sammeln die Pilger ja wie wild diese Stempel mit diesem Pilgerausweis. Ist er denn unbedingt nötig oder eher nicht? Und wenn ja, woher kriege ich dann so ein Pilger Ausweis?

Peter: Der Pilgerausweis ist sehr, sehr wertvoll. Aus zwei Gründen. Zum einen brauche ich ihn unterwegs um in Pilger Herbergen übernachten zu können. Das ist sozusagen die Eintrittskarte. Und zum anderen, den Wert lernt man hinterher zu schätzen, wenn man wieder zu Hause ist und den Pilgerausweis dann an die Wand heften kann. Anhand der Stempel sieht man, wie man gelaufen ist und wo man überall übernachtet hat.

Also die Gemeinschaft auf dem Camino zu erleben ist in den Pilgerherbergen einmalig. Das heißt, wer in Herbergen übernachten möchte. Das gilt übrigens für alt wie jung. Sowohl die jungen als auch die älteren Generationen übernachten in Pilgerherbergen.

Die einzige Regel, die unausgesprochen da ist, dass man nicht zweimal in einer Herberge übernachtet. Es sei denn, man hat tatsächlich gesundheitliche Gebrechen, dann ist das möglich. Und der Pilgerausweis dient dann am Ende der Reise, wenn man in Santiago ankommt, im Pilgerbüro dafür, dass man die Compostela, also seine Pilger Urkunde bekommt. Für Fußpilger bekommt man die Pilgerurkunde, wenn man mindestens 100 Kilometer zu Fuß gelaufen ist. Mit dem Fahrrad 200 Kilometer. Und dann gibt es auch für diejenigen, die mit dem Pferd 100 Kilometer geritten sind, eine Urkunde.

Wo bekomme ich einen Pilgerausweis?

Den Pilgerausweis kann man entweder in Deutschland, Deutschland, Österreich und der Schweiz, ganz normal online bestellen. Die Bezugsquellen findest du auf meiner Website zum Pilgerausweis. Da kann man ganz normal online bei vielen Jacobus Gesellschaften den Pilgerausweis online beantragen. Er wird dann zugeschickt und in der Regel ist das mit einer kleinen Spende verbunden.

Franka: Also nochmal zusammengefasst, der Pilgerausweis ist im Prinzip nochmal so eine Erinnerung. Im Prinzip für ein Leben lang.

Wenn jetzt der ein oder andere Mal vielleicht mit dem Gedanken spielt, den Jakobsweg selbst zu laufen, könnt ihr euch über Peters Blog Jakobsweg-Lebensweg.de informieren. Also ich bin jetzt auf jeden Fall schon motiviert nach diesem Gespräch.

Vielen Dank Peter, dass du da warst. Wir freuen uns auf ein nächstes Mal.

Peter: Herzlichen Dank, Franca! Bis zum nächsten Mal. Buen Camino.

Warum ist der Buen-Camino-Club kostenlos?

Der Camino hat mir so vieles geschenkt, sodass ich gerne davon wieder etwas an andere Pilger weitergeben möchte. Der Buen-Camino-Club fasst alle Informationen und Downloads zusammen. Als Ergänzung kannst du dir auch den Podcast anhören mit vielen weiteren guten Tipps und Inspirationen zum Jakobsweg und Lebensweg.

Deshalb ist dies ein Service für Pilger die den Jakobsweg gehen möchten. 

Kostenlose Downloads und Inhalte:

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