Warum gehen Menschen pilgern?

Pilgern ist ein so uraltes Ritual, wie es Menschen gibt. Die Ursprünge dieses Rituals liegen im Dunkeln, doch als treibende Kraft ist die Suche nach Selbsterkenntnis, dem Sinn des Lebens und der eigenen Spiritualität zu sehen.

Was bedeutet Pilgern?

Das Leben ist wie eine Reise. Es gibt viel zu entdecken, man trifft neue Menschen und es gibt dabei immer wieder neue Erfahrungen. 

Man lernt andere Kulturen kennen und es gibt viele Geschichten zu hören. Ganz gleich, wie weit und wie lange die Reise ist, wir hoffen, das sie einen Sinn hat.

Und wenn sie einen Sinn hat, dann ist es vielleicht unser Auftrag, diesen Sinn zu ergründen. 

Wer weiß, vielleicht geht es dabei auch um die Erfüllung unseres eigenen Lebens.

Und wenn das so ist, dann ist Pilgern die Reise und unser Leben der Sinn.

Was treibt Menschen an, sich auf den Weg zu machen?

Der Jakobsweg war der erste große Pilgerweg in Europa und der heute noch meist gepilgerte. Er führt von Frankreich bis nach Santiago de Compostela in Spanien. Es gibt aber auch noch viele weitere Möglichkeiten, zum Beispiel von Deutschland bis nach Santiago de Compostela, von Norden in den Süden, von Osten nach Westen oder auch von Norwegen nach Santiago de Compostela.

Die Pilgerreise ist also nicht nur eine persönliche, sondern auch eine europäische Angelegenheit.

Rund um die Welt finden sich Menschen, die nach dem Sinn des Lebens suchen. Sie wollen den Jakobsweg gehen oder eine der vielen anderen Pilgerrouten rund um den Erdball.

Was macht Pilgern so besonders?

Pilgern, das bedeutet einen Weg zu gehen, auf den man nicht immer gut vorbereitet ist. Dieser Weg ist nicht unbedingt der eigene, er ist von Gott vorgegeben – von Gott, den wir am Wegesrand treffen, wenn wir ihn suchen.

Pilgerweg

Pilgern, das bedeutet warten auf den Augenblick, der uns auf dem Weg begegnet.

Peter Kirchmann

Der September beginnt in ein paar Tagen und auch der Oktober ist nicht mehr so weit entfernt. Also der Herbst steht fast schon vor unserer Türe. Es sind herrliche Monate für das Pilgern auf dem Jakobsweg sowohl in Spanien als auch auf einheimischen Wegen. 

In Spanien deshalb, weil die Sommerhitze so langsam ausklingt, es morgens schon wieder schön frisch wird und zumindest ab Mitte September wieder deutlich weniger Pilger auf dem Jakobsweg unterwegs sind. 

Du hast die Möglichkeit, die Luft, die Natur, den Wind zu erleben und ganz einmalige neue Landschaften zu erkunden. 

Die beliebtesten Pilgerwege in Europa

In Europa gibt es unzählige Pilgerwege, die von Pilgern und Wanderern besucht werden. Die beliebtesten Pilgerwege sind wohl der Jakobsweg, die Via Francigena, der Caminho Portugues und der Camino de Santiago. Der Camino Frances entstand durch das Auffinden des Apostelgrabes des Heiligen Jakobus, während die Via Francigena entlang der alten römischen Straße Via Agrippa verläuft. 

Pilger auf den Pilgerwegen finden neue Kraft und Haltung, sie erhalten neue Einblicke in das Leben, können neue Freundschaften schließen, erfahren tieferes Verständnis für die anderen, sammeln Erfahrungen die ihnen helfen, ihr Leben zu verändern und ihren Horizont zu erweitern.

Warum laufen so viele Menschen den Jakobsweg? 

Du wirst nach diesem Beitrag besser verstehen, was Menschen fasziniert und etwas über das Pilgern erfahren, woher es kommt, was die Motive im Mittelalter waren und was die heutigen Gründe sind, sich auf den Weg zu machen, um zu pilgern. 

Definition von Pilgern

Wenn wir im Lexikon nachschlagen, dann heißt Pilger, auch Pilgrim, der Fremdling und stammt aus dem Lateinischen und heißt übersetzt in der Fremde sein. 

Ein Einzelner wurde früher als Pilgersmann oder Pilgersfrau bezeichnet. Und im Kirchenlatein bezieht sich dieser Name auf eine Person, die aus Glaubensgründen in die Fremde zieht, zumeist eine Wallfahrt zu einem Pilgerort unternimmt, zu Fuß oder auch unter Verwendung eines Transportmittels. 

Ziel ist jeweils ein als heilig betrachteter Ort, etwa eine Wallfahrtskirche, ein Tempel oder ein Naturheiligtum. Also ganz generell pilgerten Menschen, um ihren Gott oder ihrem Glauben näher zu kommen und das durch eine Reise zu einem heiligen Ort zu bekräftigen. 

Pilgern im Donautal

Und wenn wir schon dabei sind, möchte ich dir noch ganz kurz über meine eigene erste Pilger-Erfahrungen als Jugendlicher berichten. Denn vielleicht erinnerst du dich, dass ich am Bodensee aufgewachsen bin, in Überlingen. Die ging nämlich von Überlingen aus mit dem Fahrrad über Hohenfels und dann zum Donautal. 

Eine ganz schön anstrengende Strecke, aber der Blick zum ersten Mal hinunter in das Donautal und dort das Kloster Beuron zu sehen, das war ein einmaliges Erlebnis und bleibt mir bis heute noch in guter Erinnerung. 

Dann lass uns jetzt noch einmal zurückkommen zum eigentlichen Pilgern bzw. wenn wir an den Jakobsweg denken. Seit über 1000 Jahren wandern dort Gläubige auf dem Weg nach Santiago de Compostela. 

Wer war der erste Pilger auf der Welt?

Dafür bin ich in meiner alten Schul-Bibel fündig geworden, und zwar in dem Buch Genesis. Denn der allererste Pilger soll nach den alten Schriften der Stammvater Abraham gewesen sein. Abraham stammte aus Mesopotamien, und er bekam eines Tages den Befehl Gottes nach Kanaan ziehen zu sollen. 

Jakobsweg pilgern

Und nicht ohne Grund sagt Gott zu Abraham: 

„Durch dich sollen alle Sippen der Erde Segen erlangen“. 

Gen 12,1-5

Und da sich sowohl das Judentum, das Christentum und auch der Islam auf Abraham als ihren Stammvater beziehen, werden sie auch als die drei abrahamitischen Weltreligionen bezeichnet. Also hier eine Verbindung zwischen diesen drei großen Religionen. 

Und wie der Weg von Abraham verläuft, wird im Buch Genesis genau beschrieben. Und das ist eine sehr spannende Geschichte. Wenn du Lust darauf hast, schau einfach mal nach, hole deine alte Bibel und lies die spannende Geschichte vom allerersten Pilger auf dieser Welt.

Pilgerorte der großen Weltreligionen

Übrigens wird das Pilgern bei allen großen Weltreligionen praktiziert. Im Christentum sind das die großen Wallfahrtsorte Rom, Jerusalem und Santiago.

pilgern Budismus

Und auch im Islam wird die Pilgerreise als die „Hadsch“ bezeichnet. Einmal im Leben sollte jeder Muslim eine Pilgerreise nach Mekka angetreten haben. 

Im Judentum ist es die Wallfahrt nach Jerusalem, auch mit dem Besuch der Klagemauer. 

Im Buddhismus werden der Weg Buddhas beschrieben und die Orte, an denen er gewirkt hat. 

Und im Hinduismus sind es die heiligen Flüsse, zu denen jährlich Millionen von Menschen pilgern. 

Pilgergründe im Mittelalter

Wenn wir jetzt schon einmal diesen kurzen Streifzug durch die unterschiedlichen Religionen gemacht haben, dann nehme ich dich am besten gleich noch einmal mit in das Mittelalter, nämlich mit der Frage Welche Motive gab es eigentlich in der damaligen Zeit für Pilger, sich auf solche Reisen zu begeben.

Schauen wir uns die Motive im Mittelalter einmal an. Warum sind die Menschen damals gepilgert? 

Eines der Hauptgründe war damals, Vergebung für begangene Sünden zu bekommen, zu empfangen. 

Außerdem steht im mittelalterlichen Pilger Führer ganz oben auf der Hitliste als Bitte für einen Wunsch in Spanien übrigens auch oft der Kinderwunsch. So sind die spanischen Könige auch nach San Juan de Ortega das ist ein Kloster kurz vor Burgos auf dem Camino Français gelaufen und haben dort dafür gebetet, Kinder zu bekommen, denn bisher hatten sie noch keine Nachkommen. 

Ein weiterer Grund, im Mittelalter zu pilgern, war ähnlich wie heute auch die Abenteuerlust. Auch bei Pilgerfahrten nach Rom oder in das Heilige Land. 

Ebenso gab es damals schon ökonomische Überlegungen bei Dienstleistern, die den Pilgern einen reibungslosen Ablauf der Pilgerschaft schon im Mittelalter garantierten wollten. 

In Europa kam es dadurch zu einer hohen Mobilität der Einwohner innerhalb Europas. Und auch die Handels- und Geschäftsbeziehungen zwischen Nordeuropa und dem Mittelmeerraum sind durch die Pilgerschaft sehr stark geworden und gewachsen. 

Was sind heutige Motive um zu Pilgern?

Und jetzt möchte ich mit dir einmal den Vergleich ziehen Was sind denn die Gründe, heute den Jakobsweg zu laufen? Was sind die Motive heute? 

Pilgern auf dem Jakobsweg

Was ist denn dein Grund, deine Motivation, den Jakobsweg zu laufen? Schreibe mir deine Gründe gerne unten in die Kommentare. 

Die bisherigen Antworten kann man in fünf große Gruppen aufteilen, die ich dir jetzt gerne auch noch einmal kurz vorstellen möchte. 

Beginn einer neuen Lebensphase

Also in der ersten Gruppe sind die Gründe, den Jakobsweg laufen zu wollen, in aller Regel ein Beginn einer neuen Lebensphase oder eines neuen Lebensabschnitts. Das kann zum Beispiel nach dem Schulabschluss sein oder nach dem Abitur. Auch nach dem Studium. Bevor es in die Arbeitswelt geht, gehen viele junge Menschen den Jakobsweg pilgern. 

Und dann gibt es noch eine große Gruppe. Das sind die Menschen, die aus dem Arbeitsleben ausscheiden, in die Rente gehen und diesen neuen Lebensabschnitt damit beginnen wollen, den Jakobsweg zu laufen. 

Seinen Lebensweg finden

Der zweite Punkt, der oft genannt wird, kann man zusammenfassen unter dem Punkt seinen Lebensweg finden. Dazu gehören die Pilger, die sich selbst finden wollen auf dem Jakobsweg. Es gehören auch die Pilger dazu, die einen Rückblick über ihr bisheriges Leben machen wollen und sich fragen, wie es weitergeht. Und wieder andere gehen auf dem Jakobsweg, um ihre Berufung zu finden. 

religiöse Gründe

Die dritte Gruppe, die den Jakobsweg gerne laufen möchte, laufen den Jakobsweg aus religiösen Gründen oder auf der Suche nach Gott und nach ihrer Spiritualität.

Pilgerwege

Ich selbst habe auf dem Jakobsweg auch einen Pilger getroffen, der tief gläubig war und im Laufe seines Lebens seinen Glauben verloren hat und jetzt mit knapp 80 Jahren noch einmal den Weg gehen wollte, um seinen Glauben wiederzufinden. 

Bewältigung einer Krise

Eine weitere Gruppe, die als Grund für den Jakobsweg zusammengefasst werden, ist das Thema „Bewältigung einer Krise“. 

Es gibt viele Menschen, die schmerzliche Trennungen erlebt haben und das auf dem Jakobsweg verarbeiten wollen. Genauso wie es schwere Schicksalsschläge oder eine schwere Krankheit gibt, die verarbeitet werden muss. Auch ein häufig genannter Grund den Jakobsweg zu pilgern ist die Trauer, die auf dem Jakobsweg verarbeitet werden kann. 

Auszeit vom Alltag

Und für die letzte Gruppe geht es ganz generell um eine Auszeit vom Alltag zu nehmen, loszulassen und eine einfache Lebensweise  Lebensweise zu finden, einen einfachen Rhythmus und entschleunigen. 

Ja, und zu welcher Gruppe gehörst du? Was ist dein Grund, den Jakobsweg zu laufen oder ihn laufen zu wollen? 

Warum es sich lohnt, auf dem Jakobsweg zu pilgern

Und wenn du jetzt Lust bekommen hast, den Jakobsweg im September oder Oktober zu laufen, dann möchte ich dir noch gerne erzählen, was dich auf dem Pilgerweg erwarten kann. 

Pilgerreise Jakobsweg

Du wirst dort die Natur neu erleben können, neu begegnen. Wenn du den ganzen Tag von morgens bis abends unterwegs bist, wirst du Wind und Wetter von einer neuen Seite aus kennenlernen. Auch die Hitze, Kälte, Sonne und Regen wird dabei sein. Es ist eine unglaublich einfache Lebensweise, die dich begleiten wird. 

laufen, essen, schlafen und wieder von vorne. 

Laufen, 

essen, 

schlafen. 

Du wirst dich frei fühlen. Manchmal wirst du Ruhe suchen, um in Ruhe nachdenken zu können. Du wirst das reduziert auf das Wesentliche für dich erleben können, und du wirst, wenn du möchtest, auch die Kraft der Gemeinschaft erleben können. 

Du wirst heilsame Gespräche führen, tiefgreifende Gespräche mit fremden Menschen, die du vorher noch nie gesehen hast oder auch danach nie mehr sehen wirst. Wenn du es möchtest. 

Was kommt nach dem Pilgern?

Manche Pilger finden nach dem Jakobsweg plötzlich einen ganz neuen, eigenen Lebensweg, der von dem bisherigen Weg entweder sehr stark abweichen kann oder seinen bisherigen Weg neu entdecken kann. 

Kornfelder

So gibt es Pilger, die ihren Beruf wechseln, aber auch Pilger, die dankbar sind, dass sie ihren Beruf haben und die Freude und die Dankbarkeit wiederentdecken auf dem Jakobsweg. 

Und viele Pilger, die nach dem Jakobsweg sich neue Prioritäten setzen und ihr Leben bewusster gestalten und erleben können. 

Und dazu lade ich dich sehr, sehr gerne ein, wenn du den Jakobsweg laufen möchtest. Es ist eine einmalige Chance in Spanien, aber auch auf einheimischen Jakobswegen. 

Wenn du mehrere Tage oder zwei, drei Wochen unterwegs sein kannst, ist das in den kommenden zwei Monaten sehr gut möglich.

Deinen eigenen Weg gehen

Wenn du dich jetzt also fragst, ob du den Jakobsweg laufen sollst oder nicht, dann kannst du ganz beruhigt nach vorne blicken und sagen, so viele Menschen sind den Jakobsweg gelaufen. Und noch viel mehr Menschen pilgern alljährlich zu unterschiedlichen Pilgerorten, so dass du in dieser Form einer Gemeinschaft weltweit gut aufgehoben bist und deine eigene Pilgerschaft gerne antreten kannst. 

Wenn du für deine Vorbereitung Hilfe benötigst, dann schaue am besten im Buen Camino-Club vorbei. 

Dort findest du ganz viele Downloads kostenfrei, wo du dich auf deinen Jakobsweg schnell und einfach vorbereiten und einfach vorbereiten kannst. Eine Auswahl der Routen, welche Übernachtungsmöglichkeiten und natürlich auch Herberg Verzeichnisse wo du übernachten kannst.

Pilgerausweis Jakobsweg

Die drei ersten Dinge die für deine Pilgerreise wichtig sind bestehen aus dem Pilgerausweis, einer Jakobsweg Muschel und deinem Pilgerstab. Erst danach kommt sein Rucksack und deine weitere Ausrüstung, die du in der Jakobsweg Packliste im Detail downloaden kannst.

Buen-Camino-Club

Wertvolle Tipps zur Vorbereitung deines Jakobsweges und viele besinnliche Impulse für deinen Weg. Nach deiner Registrierung hast du freien Zugang zu allen kostenlosen Downloads im Mitgliederbereich.

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