Camino Aragones

Der Camino Aragones beginnt in Somport. Er wird vor allem wegen seiner Einsamkeit und der eindrucksvollen Natur geschätzt. Immer wieder verläuft der Pilgerweg entlang des wunderschönen Rio Aragon.

 

Geschichte

Der Höhenpass Somport (Summus Portus) wurde schon von Kelten, Römern und Mauren als Übergang der Pyrenäen genutzt. Er ist einer der ältesten Pyrenäenübergänge zwischen Frankreich und Spanien.

Im 12.Jh wurde im Codex Calixtinus, Buch V, (auch Jakobsbuch genannt), ein Pilger Namens Aymeric Picaud erwähnt. Er berichtete, dass der Weg auf die Spanische Halbinsel über den Somport Pass führte. Oben auf der Passhöhe erreichte der Pilger das Pilgerhospiz Santa Cristina (früheste Erwähnung 1078).

Camino Aragones Klostergrundmauern

 

Im Codex Calixtinus wird von den drei Hospize der Welt berichtet: “ Drei unabdingbare Säulen hat der Herr in dieser Welt errichtet, um die Armen zu unterstützen: Das Hospiz zu Jerusalem, dasjenige auf dem St.Bernhard und das Hospiz von Santa Cristina auf dem Somport. Die Häuser sind dort errichtet, wo sie nötig waren. Es sind heilige Orte, Häuser Gottes.“ 

Heute sind von dem einst so bedeutenden Kloster Cristina nur noch ein paar wenige Überreste der Grundmauern erhalten. 

Im Mittelalter war der Weg, vom französischen Arles kommend als Via Tolosana, eines der Hauptrouten nach Santiago de Compostela. Viele Pilger aus Mitteleuropa wählten diese Route. Auch Französische Pilger nutzten diesen Pass um nach Navarra und Arragon zu gelangen. Dies auch, weil zwischen dem 11.Jh. bis zur Hälfte des 15.Jh. das Herzogtum Aquitanien und später das Territorium Guyenne unter englischer Herrschaft stand. Unter englischer Herrschaft stand auch St.Jean Pied de Port, dem heute am stärksten frequentierten Startort in Frankreich.

Nach der Grenze beginnt der Weg in Aragonien und setzt sich durch die Provinzen Huesca, Zaragoza und Navarra bis zu dem Ort Puente La Reina fort, wo er sich nach 6 Tagen und 167 Kilometern mit dem Französischen Weg vereint.

 

 Die Route

Camino Aragones Route

Die Via Tolosana aus Frankreich kommend, überquert auf dem Somportpass (1632m) die spanische Grenze. Hier geht der Jakobsweg als „Camino Aragones“ durch die ruhige und wunderschöne Bergwelt der Pyrenäen. Der Weg hat große Höhenunterschiede.

Die Kleinstadt Jaca ( 13.000 Einwohner) und San Juan de la Pena sind sehenswerte Orte. Kurz vor Sangüesa (5.000 Einwohner) überquert der Pilger die Grenze zwischen der Provinz Aragon und Navarra. Von dort führt der Weg weiter, vorbei am magischen Kirchlein Eunate bis nach Puente la Reina.

Empfehlenswerte Route für Pilger die mehr Zeit haben.  Der Weg ist im Vergleich zum Startpunkt San Juan Pied de Port um 73 Km länger. Die Route verläuft durch 20 kleinere Dörfer und keine Großstädte. Diesen mittelalterlichen Weg laufen deutlich weniger Pilger als die Route über Roncesvalles.

Auf dem Camino Aragones selbst gibt es ebenfalls zwei weitere sehenswerte Wegvarianten. Eine führt von Jaca durch die Bergwelt nach San Juan de la Pena, eines der ältesten Klosterruinen Spaniens. Eine weitere durch das sehenswerte Naturschutzgebiet Foz de Lumbier. Dort kann man viele Greifvögel bewundern.

Die Wegstrecke

Distanz: 164 Km (bis Puente La Reina)

Dauer: 6 Etappen, bzw.6-7 Tage; (keine Angaben der Pilgerzahl)

Somport- Jaca (30 Km)- Arrés (25 Km)- Ruesta (29 Km)- Sangüesa (22 Km) – Monreal (27 Km) -Puente la Reina (31 Km)

Camino Aragones Karte

 

Pilgerführer

Seit der 14. Auflage 2011 des Outdoor-Wanderführers mit dem Titel „Camino Francés“ ist die Beschreibung für den Camino Aragones aus Platzgründen nicht mehr im Buchtext enthalten. Dennoch ist die Wegbeschreibung weitestgehend aktuell.

Raimund Joos hat eine kleine Seite zum Camino Aragones eingerichtet. 

Er schreibt: „Damit ihr dennoch nicht auf einen Pilgerführer für diesen schönen Weg verzichten müsst, habt Ihr hier die Möglichkeit, Euch die Beschreibung des Weges, mit Karten und Höhenprofilen, welche vom Conrad-Stein-Verlag erstellt wurden, kostenlos runterzuladen und auszudrucken.“

zur PDF – Datei Camino Aragones von Raimund Joos

 

 

Die beste Reisezeit

Die beste Reisezeit für den Camino Aragones ist ab Mitte Mai bis Ende September. Im Frühjahr ist auf der Passhöhe immer wieder mit schnellen, kurzen Wintereinbrüchen zu rechnen.

 

Reiseblog:

Werner Kräutler berichtet in seinem Via Tolosana Blog von seinen Erlebnissen auf dem Jakobsweg durch Frankreich bis Puente la Reina. Auf seiner Etappe 25. bis zur 30. Etappe beschreibt er sehr schön und ausführlich den Camino Aragonés.

Auch Gertrudis vom Pilgerforum berichtet über ihren Weg auf dem Camino Aragones. Sie beschreibt unterschiedliche Etappen

 

Anreise Empfehlungen:

nach Somport von Gerhard Brüstle

 

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Wegdokumentation in Videos

Kurzfilme und erste Eindrücke vom Camino Aragones. Die phantastischen Videos/Photos sind von Pablo Guiroy zusammengestellt. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an Pablo für die Nutzung seiner schönen Videos.

1. von Somport nach Jaca

Der Aragonesische Weg startet in Somport, an der französisch-spanischen Grenze. Er führt durch die majestätische Bergwelt der Pyrenäen. Entlang des Rio Aragones führt der Weg bis Jaca rund 800 Höhenmeter bergab. Der Fluß gab dem Königreich Aragon seinen Namen. Jaca hat eine sehenswerte romanische Kathedrale.

2. von Jaca nach Arres

In Jaca verabschieden wir uns von der Santiago Kirche. Der Weg führt uns auf einer Nebenroute weiter zum Kloster San Juan de la Pena. Natur pur, und ein einmaliges Erlebnis. Das Kloster ist unter einem Felsvorsprung verborgen. Der letzte Wegabschnitt bis zum cahrmanten Dorf Arrés ist etwas beschwehrlich.

3. von Arres nach Uesca

Sehr schöne Etappe durch das Tal des Flusses Aragon. Das nächste Dorf Artieda ist erst in 17 Km zu erreichen, also genügend Wasser mitnehmen. Heute sind einige Höhenmeter zu bewerkstelligen. In Serpentinen führt der Weg nach oben. Immer wieder auch der Blick zum Yesa Stausee.

4. von Ruesta nach Sangüesa

Kurz nach Ruesta kommen wir an einem Jakobsbrunnen vorbei. Der Tag begann mit einem Abstieg. Sehenswert ist die kleine romanische Santiago Kapelle am Weg. Danach geht es wieder bergauf. Auf der Höhe von Fénérol ist das Flußtal von Onsella zu erkennen. Spektakuläre Ausblicke führen nach Undués von Lerda. Zwischen Weizenfeldern geht es weiter nach Sangüesa.

5. von Sangüesa nach Monreal

Dies ist eines der schönsten Wegstrecken. Viele Kilometer zwischen Getreidefeldern und abseits der Strassen. Auch auf diesem Wegabschnitt gibt es unterwegs keine Einkaufsmöglichkeit. Bitte genügend Wasser mitnehmen. Der Weg führt hinauf auf die Passhöhe von Alto de Aibar. Hier hat man eine herrliche Aussicht. Nach dem Dorf Izco geht es hinauf auf dem Berg La Higa. Zu seinen Füßen liegt das Etappenziel Monreal.

6. von Monreal nach Puente la Reina

Heute beginnt die letzte Etappe auf dem Camino Aragones. Von Monreal geht es durch die Sierra de Alaiz. Der Weg führt heute durch viele kleinere Dörfer. Ein langer Tag, aber nicht sehr anspruchsvoll. Die sehenswerte romanische Kirche Eunate ist ein wahres Kleinod am Jakobsweg. In Obanos trifft der Weg auf die Route aus San Juan Pied de Port. Nach den letzten Kilometer erreichen wir Puente la Reina.

 

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