Podcast Interview
Der Winter-Jakobsweg als Rückkehr ins Leben: Ein tiefgründiges Gespräch mit Sven Kaven über Heilung, Stille und die Liebe zum Weg
In dieser Folge spricht Peter Kirchmann mit Sven Kaven, einem erfahrenen Pilger, Autor und Fotografen, der in Santiago de Compostela lebt. Sven teilt seine bewegende Geschichte über seinen ersten Camino nach einer schweren Nierenerkrankung. Erfahre, warum der Jakobsweg im Winter eine besondere Magie entfaltet, wie die Stille der schlafenden Natur den Geist klärt und warum das Wort „Rest“ (Ruhe) die Essenz dieser Reise ist.
zum Interview und zur Podcastfolge:
Jakobsweg im Winter: Peter Kirchmann & Sven Kaven über Heilung, Stille und die Rückkehr ins Leben
Wer den Jakobsweg schon einmal gegangen ist, kennt diesen besonderen Sog, der oft noch Jahre nachwirkt. Doch was passiert, wenn man diesen Weg nicht als sportliche Herausforderung, sondern als bewusste Rückkehr in das Leben nach einer schweren Krankheit wählt? Und warum entscheidet man sich ausgerechnet für den Winter, wenn die Tage kurz, die Wege matschig und die Temperaturen eisig sind?
In einer besonders bewegenden Episode des Jakobsweg-Podcasts trifft Peter Kirchmann, Gründer der Plattform Jakobsweg-Lebensweg, auf den Autor, Fotografen und erfahrenen Pilger Sven Kaven. Es ist ein Gespräch, das weit über Reiseberichte hinausgeht. Es ist eine Meditation über das „Dürfen“, über das Älterwerden und über die radikale Akzeptanz dessen, was ist.
Wir nehmen dich in diesem Artikel mit auf eine Reise – von Saint-Jean-Pied-de-Port bis nach Burgos. Wir tauchen tief ein in die Philosophie des Winterpilgerns und teilen exklusive Einblicke und praktische Tipps, die dein nächstes Abenteuer prägen könnten.
Kapitel 1: Der erste Schritt zurück ins Leben – Pilgern als Heilung
Der Start dieses Caminos stand unter ganz anderen Vorzeichen als Svens frühere Reisen. Im Podcast erzählt Peter Kirchmann einfühlsam von der Vorgeschichte: Sven hatte eine schwere Nierenerkrankung und eine Operation im August hinter sich. Es war der erste Jakobsweg nach diesem tiefen Einschnitt.
Viele würden in einer solchen Situation mit Angst oder Zweifel aufbrechen: „Kann ich das noch?“. Doch Sven beschreibt seinen Gemütszustand völlig anders.
Das Privileg des Älterwerdens
Sven berichtet Peter, dass Angst überhaupt kein Thema war. Stattdessen dominierte eine kindliche Neugierde. Die Krankheit hatte ihn physiologisch stark gefordert, er hatte Gewicht verloren und musste sich buchstäblich ins Leben zurückkämpfen. Doch genau daraus erwuchs eine neue Haltung:
„Ich bin auch losgelaufen mit dem Privileg, älter werden zu dürfen. Weißt du, was ich meine? Einfach losgehen zu dürfen und zu wissen: ‚Hey, ich darf älter werden und ich darf das genießen mit jedem Schritt, mit jedem Moment.‘ Und das hab ich tatsächlich volle Kanne gemacht.“ – Sven Kaven
Diese Dankbarkeit veränderte jeden Kilometer. Es ging nicht mehr darum, eine bestimmte Distanz in Rekordzeit zu schaffen. Es ging um das bloße „Dasein“. Peter Kirchmann, der selbst im Vorjahr kurz vor seinem Camino einen Bandscheibenvorfall erlitt, kann dieses Gefühl der Befreiung tief nachempfinden. Er beschreibt den Moment, in dem man realisiert, dass Bewegung überhaupt wieder möglich ist, als pures Geschenk. Wenn man sich wochenlang kaum rühren konnte, wirkt der erste Schritt in Saint-Jean-Pied-de-Port „wie eine Befreiung“.
Vom Krückstock zur Pyrenäen-Überquerung
Sven zeichnet ein eindrückliches Bild seiner Genesung. Noch Monate zuvor, auf dem Plaza Nueva in Santiago, war er auf eine Krücke angewiesen, konnte nichts tragen. Und nun, nur rund drei Monate später, stand er am Fuße der Pyrenäen. Er beschreibt die Freude, in Roncesvalles anzukommen, als „enorm“. Nicht, weil er eine sportliche Höchstleistung erbracht hätte, sondern weil sein Körper wieder „Ja“ zum Leben sagte.
- Der Körper als Partner: Sven betont, dass er mit „viel weniger“ zufrieden gewesen wäre. Dass der Körper ihn so unterstützte, empfand er als wahres Geschenk.
- Achtsamkeit als Maßstab: Es war ihm von Anfang an klar, dass er es aus terminlichen Gründen nicht bis Santiago schaffen würde. Aber das Ziel war ohnehin nicht die Kathedrale, sondern herauszufinden: „Junge, wo stehst du gerade?“.
Diese Herangehensweise ist essenziell für alle, die in der Jakobsweg-Community auf Skool oft fragen: „Bin ich fit genug?“. Die Antwort von Sven und Peter lautet unisono: Es geht nicht um Leistung, sondern um das Hineinhören in die eigenen Möglichkeiten.
Kapitel 2: Der „leise“ Camino – Warum der Winter die Masken fallen lässt
Peter Kirchmann lenkt das Gespräch auf einen entscheidenden Unterschied: Die Dynamik zwischen Sommer und Winter. Im Sommer gleicht der Camino oft einem pulsierenden Strom. Im Winter hingegen kehrt eine Stille ein, die alles verändert – auch das soziale Miteinander.
Das Ende des „Betten-Rennens“
Wer den Camino Francés im Sommer kennt, kennt auch das Phänomen des „Race for Beds“. Peter beschreibt Szenen, in denen Pilger morgens um 4:00 Uhr aufstehen und loshetzen, getrieben von der Sorge, in der nächsten Herberge keinen Platz mehr zu finden. Diese unterschwellige Anspannung, dieser „Gruppenzwang“, fällt im Winter komplett weg.
Sven erzählt genussvoll von einem Morgen in Logroño:
„Wir haben uns schön ausgeschlafen bis neun und dann ging es erst mal ins Café. […] Das Späteste, dass wir einmal los sind, war elf Uhr dreißig.“ – Sven Kaven
Da die Herbergen im Winter ohnehin nicht überfüllt sind, existiert keine Jagd nach dem Bett. Das Bett ist immer da. Der geheizte Raum wartet. Das Lächeln der Hospitaleros ist nicht gehetzt, sondern einladend. Diese Entschleunigung erlaubt es dem Pilger, wirklich im eigenen Rhythmus zu gehen, statt im Rhythmus der Masse.
Authentizität statt Maskenball
Sven wählt ein starkes Bild: Er bezeichnet den Winter-Camino als einen Weg „ohne Masken“. Im Sommer, wenn Hunderte Pilger gleichzeitig eintreffen, bleiben Begegnungen oft an der Oberfläche. Man spielt Rollen. Im Winter ist dafür kein Raum – und keine Notwendigkeit.
Ein Beispiel, das Sven nennt, ist die Begegnung mit Pamela, der Hospitalera in der Albergue Municipal in Nájera. Als er dort um 16:30 Uhr ankam, war noch niemand sonst da.
„Sie begrüßt mich mit einer Herzlichkeit und wir kommen sofort ins Gespräch. […] Da passiert etwas sehr Menschliches, das sehr nah ist.“ – Sven Kaven
Man trifft sich auf einer Ebene der „Echtheit“. Sowohl die Pilger als auch die Hospitaleros zeigen sich so, wie sie sind. Es ist, als würde die Kälte und die Kargheit der Umgebung dazu zwingen, auch die inneren Schutzschichten abzulegen. Peter Kirchmann ergänzt, dass genau diese Verbindung zwischen Pilger und Hospitalero im Sommer oft im Stress untergeht. Im Winter jedoch erinnert man sich an Namen, an Gesichter und an Geschichten.
Kapitel 3: Der Tanz mit den Elementen – Naturerfahrung in der kargen Jahreszeit
Viele Pilger fürchten das Winterwetter. Regen, Matsch, Schnee, Wind. Sven jedoch dreht diese Perspektive um. Er spricht nicht von einem Kampf, sondern von einem „Tanz mit den Elementen“.
Mit dem Wind gehen, nicht gegen ihn
Sven beschreibt vier Tage mit extremem Gegenwind. Die instinktive Reaktion wäre, sich dagegen zu stemmen, innerlich Widerstand zu leisten („Muss das jetzt sein?“). Doch Sven wählt den Weg der Akzeptanz.
„Du gehst tatsächlich mit dem Gegenwind. Das klingt paradox, aber genau das machst du. […] Es ist wie im richtigen Leben, wenn du mit jemandem auf der Tanzfläche bist.“ – Sven Kaven
Er erklärt Peter, dass man den Körper zwar stabilisiert („gegen drückt“), aber geistig nicht in den Widerstand geht. Man nimmt den Regen als das, was er ist: Wasser, das vom Himmel fällt. Keine Geschichte dazu, kein Drama. Diese Haltung macht das Wandern laut Sven „sehr viel einfacher“.
Die Poesie der schlafenden Weinreben
Einer der poetischsten Momente des Gesprächs entsteht, als die beiden über die Landschaft der Rioja sprechen. Im Sommer ist alles grün, voller Leben und Ablenkung. Im Winter hingegen „schläft“ die Natur. Sven beschreibt, wie er durch die Weinberge läuft, wo die Bauern gerade die Reben zurückschneiden. Er sieht die „Nacktheit“ der Landschaft nicht als Mangel, sondern als Offenbarung.
„In Stille ist ja Schönheit, es ist wie der Raum, den wir betreten […]. Das ist dasselbe wie das Wahrnehmen der Natur, […] zu sehen, wie alles schläft und sich auf die Schönheit des Frühlings und des Sommers vorzubereiten.“ – Sven Kaven
Für Peter Kirchmann liegt genau hier das Geheimnis der Intensität des Wintercaminos: Da das Auge weniger Ablenkung durch Farben und üppige Vegetation hat, werden die Gedanken ruhiger. Die „schlafende Landschaft“ führt zu einem „Stilllegen der Gedanken“. Es entsteht eine Leere, die es erlaubt, Dinge wahrzunehmen, die sonst verborgen bleiben. Ein Traktor in der Ferne, aufgewirbelter Staub, die Struktur eines kahlen Astes – alles bekommt eine tiefe Bedeutung.
Kapitel 4: Begegnungen mit Tiefe – Von Piloten und der Liebe zum Weg

Obwohl – oder gerade weil – im Winter so wenige Menschen unterwegs sind, haben die Begegnungen eine ganz andere Qualität. Man schwimmt, wie Sven es ausdrückt, in einer gemeinsamen „Zone“ der Verbundenheit.
Der 77-jährige Pilot und die Disziplin der Achtsamkeit
Eine Begegnung hat Sven besonders geprägt: Die mit José Antonio. Ein 77-jähriger Spanier, ehemaliger Pilot beim Militär, der gerade seinen 56. Camino Francés absolvierte. Sven beobachtete fasziniert, wie José Antonio seine militärische Disziplin auf den Camino übertrug – beim Packen des Rucksacks, in seinen Bewegungen. Doch hinter dieser Strenge verbarg sich ein weiser, gebildeter Mensch mit einer unglaublichen Fähigkeit zuzuhören.
„Er war so ein Mensch, der konnte super zuhören. Und dann hat sich sein Gesicht verändert, sein Ausdruck. […] Ein sehr weiser Mensch.“ – Sven Kaven
Gemeinsam mit Vicente, dem lauten, herzlichen italienischen Hospitalero in Los Arcos, saßen sie beim Abendessen. Diese Konstellation – der stille, erfahrene Pilot und der extrovertierte Italiener – zeigt die Magie des Caminos: Menschen, die sich im normalen Leben nie begegnen würden, teilen plötzlich Tisch und Gedanken.
Warum kommen wir immer wieder?
Peter stellt im Gespräch die entscheidende Frage: Was treibt einen Menschen wie José Antonio an, den Weg 56 Mal zu gehen? Was verbindet uns so stark mit diesem Pfad? Svens Antwort kommt spontan und aus tiefstem Herzen: „Ich glaube, es ist Liebe.“
Es ist kein egoistisches Konzept von Selbstoptimierung. Es ist die Liebe zum Weg, zur Direktheit der Begegnungen und zur Einfachheit des Daseins.
„Wenn wir jetzt alles aus egoischen Gründen tun würden, ja, dann wäre der Jakobsweg ja nicht der Jakobsweg.“ – Sven Kaven
Diese Liebe manifestiert sich auch in der Dankbarkeit. Für Sven, nach seiner Krankheit, ist es die „Liebe und Dankbarkeit, älter werden zu dürfen“. Peter Kirchmann greift diesen Gedanken auf und verbindet ihn mit der Philosophie von Jakobsweg-Lebensweg: Der Camino ist ein spiritueller Raum, in dem wir üben, im Hier und Jetzt zu sein – bis wir merken, dass das, was in uns ist, genug ist.
Kapitel 5: Grenzen akzeptieren – Das Ende in Burgos
Jeder Pilger kennt den Ehrgeiz: „Ich muss bis Santiago kommen.“ Doch Sven lehrt uns in diesem Interview eine wichtige Lektion über das Loslassen.
Der Konferenzraum des Körpers
Sven und sein Körper standen in einem ständigen Dialog. Er beschreibt es bildhaft:
„Wir haben uns beide in einen Raum begeben und haben einander zugehört. […] Okay, so weit geht’s. Das ist zum Beispiel die Etappe.“ – Sven Kaven
Dieses intuitive „Meeting“ mit dem eigenen Körper ersetzte starre Pläne. Als er sich Burgos näherte, meldeten sich seine Knieprobleme zurück. Kombiniert mit der Wettervorhersage, die weiterhin schweren Sturm auf der Meseta ankündigte, traf er eine Entscheidung.
Kein Scheitern, sondern Fürsorge
Für Sven war klar: In Burgos ist Schluss. Er würde die Meseta nicht mehr laufen. Peter fragt nach, wie schwer diese Entscheidung für einen erfahrenen Pilger war. Svens Antwort überrascht: „Das Wort schwer kam nicht mal vor. Es war ganz leicht.“. Er hatte so viel erreicht – er war nach seiner Krebs-OP über die Pyrenäen gelaufen. Jetzt aufzuhören, war kein Scheitern, sondern ein Akt der Selbstliebe. Er hatte seine „neuen besten Freunde“, die Wanderstöcke, die er Tick und Tack getauft hatte (weil das Gummi irgendwann durchgelaufen war und sie klackerten), intensiv genutzt. Aber er wusste: Jetzt ist es Zeit, heimzukehren.
Diese Botschaft ist essenziell für unsere Community. Wenn du unsicher bist, wie du deine Etappen planen sollst oder Austausch zu körperlichen Grenzen suchst, ist die Jakobsweg-Community auf Skool der richtige Ort für dich. Der Weg läuft nicht weg. Es ist keine Schande, auf den Körper zu hören. Im Gegenteil, es ist die höchste Form der Pilgerschaft.
Kapitel 6: Der schreibende Pilger – Kreativität und Alltag in Santiago

Sven ist nicht nur Pilger, sondern Schriftsteller. Und er hat etwas getan, was viele Gewichts-Optimierer entsetzen würde: Er hat ein Keyboard (Tastatur) mit auf den Camino genommen.
Schreiben als Echo des Erlebten
Für Sven war das keine Last, sondern die „beste Entscheidung“. Das tägliche Schreiben, oft direkt in die Community hinein, war für ihn Motivation und Verarbeitung zugleich.
„Es war eher eine Erweiterung des Jakobswegs, wirklich auch die Dinge dann niederzuschreiben, was ich fühle, was ich spüre.“ – Sven Kaven
Er beschreibt das Schreiben als ein „Echo“, das zu ihm zurückkommt. Indem er die Erlebnisse schwarz auf weiß vor sich sah, wurden sie realer, greifbarer. Es ging ihm nicht um einen Reisebericht („Hier Sandwich gegessen“), sondern um die Innenansicht: Was macht der Weg mit mir?
Einblick in die Werkstatt des Autors
Peter entlockt Sven auch spannende Details zu seinen aktuellen Projekten. Sven lebt heute in Santiago, arbeitet als Lektor und schreibt in Cafés, während der Regen draußen auf das Pflaster prasselt. Momentan arbeitet er an zwei Herzensprojekten:
- Englische Kurzgeschichten: Über die Fragilität und Schönheit des Lebens (veröffentlicht auf seinem Substack).
- Ein Roman über die Mensch-Hund-Beziehung in Spanien: Ein sehr sensibles Thema. Sven möchte die oft traurige Realität von Kettenhunden beleuchten, aber ohne zu verurteilen. Er will die Geschichte aus der Sicht einer Bauernfamilie erzählen und Verständnis für beide Seiten wecken – Mensch und Tier.
Kapitel 7: Praxis-Guide für den Winter-Camino
Zum Abschluss des Gesprächs wird es handfest. Peter bittet Sven um seine besten Tipps für alle, die nun inspiriert sind, selbst im Winter loszuziehen. Hier ist die Essenz seiner Erfahrung:
Die Ausrüstung: Warm und trocken bleiben
- Merinowolle ist Pflicht: Direkt auf der Haut reguliert sie die Temperatur perfekt. Man schwitzt auch im Winter unter den vielen Schichten!
- Lange Unterhosen: Sven betont mehrfach: „Ich kann es nicht öfter hervorheben, wie wichtig lange Unterhosen sind.“. Kurze Hosen im Winter hält er für reine Show.
- Zwiebelprinzip: Da das Wetter schnell wechseln kann (Sonne, Wind, Regen), muss man Schichten schnell an- und ausziehen können.
- Der gelbe Poncho: Sven schwört auf einen robusten Regenponcho (seinen hat er bei Ivar in Santiago gekauft). Er hält nicht nur den Regen ab, sondern schützt auch den Rucksack. Ohne ihn wäre er an manchen Tagen komplett durchnässt gewesen.
- Schuhwerk: Im Gegensatz zum Sommer empfiehlt Sven im Winter feste Wanderschuhe statt Trailrunner, um die Füße vor Nässe und Matsch zu schützen. Tipp: Zeitungspapier in den Herbergen nutzen, um die Schuhe über Nacht zu trocknen (aber Sohle rausnehmen!).

Taschenbuch: Jakobsweg 200 Fragen
Was muss ich wissen, bevor ich losgehe? Diese Frage stellen sich fast alle, die vom Jakobsweg träumen – egal, ob sie ihn gerade erst entdecken oder schon bald die ersten Schritte auf dem Camino gehen.
Überleben in der Herberge
- Schlafsack: Unverzichtbar! Auch wenn es Decken gibt, kühlen die Räume nachts aus. Ein guter Schlafsack sichert die notwendige Erholung.
- Trinken: Im Winter verspürt man weniger Durst, verliert aber dennoch viel Flüssigkeit. Sven warnt vor Kopfschmerzen und Erschöpfung durch Dehydrierung. Also: Trinken, trinken, trinken – auch wenn das Wasser kalt ist.
- Planung mit „Abrinka“: Sven empfiehlt die Webseite/App „Abrinka“ für aktuelle Infos zu offenen Herbergen. Und: Ruft vorher an! Nicht nur zur Reservierung, sondern als höfliche Geste: „Hey, ich bin auf dem Weg, habt ihr wirklich offen?“.
Fazit: Rest – Das eine Wort für den Weg

Am Ende des Gesprächs stellt Peter Kirchmann seine klassische Abschlussfrage: Wenn du deinen Wintercamino in einem einzigen Wort zusammenfassen müsstest, welches wäre es? Sven muss nicht lange überlegen. Sein Wort ist englisch: „Rest“. Auf Deutsch: Ausruhen. Ruhen..
Es ist ein Wort, das in unsere hektische Zeit passt wie kaum ein anderes. Der Winter-Camino ist kein Leistungssport. Er ist eine Einladung, zur Ruhe zu kommen – in der Natur, in den Herbergen und vor allem in sich selbst.
Wenn du nun spürst, dass dieser Ruf auch dich erreicht, dann wisse: Du musst diesen Weg nicht alleine planen. Auf Jakobsweg-Lebensweg.de findest du Begleitung, und in unserer Community warten Tausende Gleichgesinnte, die genau wie Sven und Peter wissen: Der erste Schritt ist oft der wichtigste – egal, ob im strahlenden Sommer oder im stillen, magischen Winter.
Buen Camino.
Entdecke die Jakobsweg Community
– Dein Ort für Austausch und Inspiration

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Über den Gast: Sven Kaven
Sven Kaven ist ein deutschsprachiger Schriftsteller, Lektor und Fotograf, der heute in seiner Wahlheimat Santiago de Compostela lebt. Er begleitet Menschen durch seine Texte und Fotografien auf deren inneren und äußeren Wegen. Nach einer tiefgreifenden gesundheitlichen Zäsur widmet er sich heute Projekten, welche die Fragilität und Schönheit des Lebens thematisieren.
Hier kannst du mehr über Sven und seine Arbeit erfahren:
- Homepage: WeWalkNow
- Deutschsprachiges Projekt: Tage In Stille
- Englische Kurzgeschichten: Substack: Days In Stillness
- Sozial Media: Instagram und Facebook
Ressourcen & Links
Erwähnte Bücher:
- Anne Lamott: Almost Everything: Notes on Hope
- Ernest Hemingway: A Moveable Feast (dt.: Paris – Ein Fest fürs Leben)
- Sven Kaven: Tage in Stille
Erwähnte Orte & Herbergen:
- Orte: Saint-Jean-Pied-de-Port, Roncesvalles, Logroño, Nájera, Burgos.
- Herbergen/Cafés: Winderful (Logroño), Albergue Municipal (Nájera – Hospitalera Pamela), Ivar’s Pilgerbüro (Santiago).
Apps & Tools:
- Abrinka: Webseite/App für Winterpilger-Unterkünfte.





Lieber Sven, lieber Peter Kirchmann,
ein wunderschöner Wintermorgen und dann diesen sehr berührenden Blog zu lesen und den Podcast zu hören trägt mich durch den heutigen Sonntag.
Danke euch beiden von ganzem Herzen. 🥰
Heidi
Der beste Podcast bisher.
Voller Spiritualität und Liebe zum Camino. Danke euch beiden!