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Jakobsweg Studie 2026: Was wirklich passiert, wenn Menschen pilgern
588 deutschsprachige Pilgerinnen und Pilger haben uns erzählt, warum sie gegangen sind, was sie erlebt haben – und warum die Rückkehr so schwer fällt. Die Ergebnisse haben mich selbst überrascht.
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Seit über 30 Jahren begleite ich Menschen auf dem Jakobsweg – als Pilger, als Autor, als Podcast-Host und als Gründer einer großen deutschsprachigen Jakobsweg-Community. Ich habe Tausende Geschichten gehört. Und trotzdem hat mich diese Studie an mehreren Stellen überrascht.
Die Studie wurde gemeinsam mit Prof. Dr. Andreas Braun, Wirtschaftspsychologe an der BSP Business & Law School Berlin durchgeführt. 588 deutschsprachige Pilgerinnen und Pilger aus Deutschland, Österreich und der Schweiz haben teilgenommen. Die Ergebnisse der Studie sind die Grundlage für mehrere wissenschaftliche Artikel, die sich gerade im Peer-Review-Verfahren befinden.
In diesem Artikel teilen wir die wichtigsten Ergebnisse – mit den Daten dahinter, mit echten Stimmen aus der Befragung und mit meiner persönlichen Einordnung als jemand, der den Weg kennt.
Wer geht überhaupt den Jakobsweg? Das Profil der deutschsprachigen Pilger
Bevor wir über Erfahrungen sprechen, lohnt ein Blick auf die Menschen, die wir befragt haben. Das Bild überrascht viele:
- Durchschnittsalter: knapp 61 Jahre. Der Jakobsweg ist kein Jugendprojekt. Er ist ein Weg, den Menschen in einer bestimmten Lebensphase gehen – wenn Zeit entsteht, wenn etwas endet, wenn etwas neu beginnen soll.
- Fast gleich viele Frauen wie Männer – 49 % Frauen, 47 % Männer.
- Gut die Hälfte im Ruhestand, rund 45 % noch berufstätig. Das bedeutet: Der Camino ist kein Aussteiger-Projekt. Er ist Mainstream – aber ein sehr bewusster.
- Bildungsniveau überdurchschnittlich: Mehr als ein Drittel der Befragten hat einen Master- oder Diplomabschluss.
- Herkunft: Die große Mehrheit kommt aus Deutschland, gefolgt von Österreich und der Schweiz.
Was mich persönlich beschäftigt: Das Alter. 61 Jahre im Durchschnitt bedeutet, dass viele dieser Menschen den Weg in einer Phase gehen, in der sie zum ersten Mal seit Jahrzehnten echte Zeit für sich haben. Und das ist kein rein deutsches Phänomen – auch global ist die Altersgruppe 46 bis 65 eine der stärksten überhaupt. Aber eine wichtige Einschränkung gilt: Unsere Studie erfasst ausschließlich deutschsprachige Pilger. Das globale Bild sieht deutlich anders aus (siehe Schaukasten).
Zum Vergleich – die globale Pilgerstatistik
- Über 530.000 Pilger erreichten 2025 Santiago de Compostela
- 43 % davon sind Spanier – für viele ist der Camino kulturelle Tradition, kein Lebensprojekt
- 30 % aller Pilger starten erst in Sarria – nur 120 km vor dem Ziel. Darunter viele Jugendliche, Schulklassen, Gruppen
- Die Altersgruppe 18-45 Jahre stellt mit über 215.000 Pilger die größte Gruppe weltweit
- Die Altersgruppe 46–65 Jahre folgt mit über 205.000 Pilgern dicht dahinter
Quelle: Oficina del Peregrino, Catedral de Santiago de Compostela, 2025
Warum gehen Menschen den Jakobsweg? Die häufigsten Auslöser
Das ist die Frage, die ich am häufigsten gestellt bekomme – und die Daten geben eine sehr klare Antwort.
1. Medien und Literatur – und fast immer Hape Kerkeling
Der mit Abstand häufigste Auslöser: Bücher, Filme, Dokumentationen. 128 von 588 Befragten nannten Medien als primären Impuls – fast doppelt so viele wie die nächste Kategorie.
Und wenn man die offenen Antworten liest, taucht ein Name immer wieder auf: Hape Kerkeling. „Ich bin dann mal weg“hat mehr Menschen auf den Jakobsweg gebracht als jede Marketingkampagne der Welt. Ich selbst habe das in meiner Community immer wieder erlebt – aber es auf diese Weise schwarz auf weiß zu sehen, ist trotzdem beeindruckend.
„Das Buch hat mich geholt. Der Jakobsweg hat mich geholt. Ich hatte es nicht vorgehabt.“
2. Sport, Wandern, Herausforderung
Unterschätzt und wichtig: Ein erheblicher Teil der Pilger geht den Weg primär als körperliche Herausforderung. Das klingt profan – ist es aber nicht. Denn gerade dieser Typ entdeckt unterwegs oft etwas, das er gar nicht gesucht hat.
3. Lebenskrise und Schicksalsschlag
Trennung. Burnout. Krankheit. Tod eines nahestehenden Menschen. Für viele ist der Jakobsweg keine Freizeitgestaltung, sondern ein letzter Ausweg in einer Zeit, in der normale Auszeiten nicht mehr reichen.
„Nach dem Ende meines Berufslebens, einer gesundheitlichen Krise und dem Ende einer Beziehung schien mir der Camino das Richtige, um Altes zu bearbeiten und einen Schritt in die Zukunft zu machen.“
4. Soziale Einflüsse
Freunde, Familienmitglieder, Bekannte – Menschen, die schon gegangen sind und davon erzählt haben. Mundpropaganda funktioniert beim Jakobsweg auf eine besondere Art: Wer ihn gegangen ist, will davon erzählen. Und wer zuhört, will selbst gehen.
5. Ruf und Sehnsucht
Das ist die Kategorie, die sich am schwersten beschreiben lässt. Menschen berichten, dass der Jakobsweg sie seit Jahren „verfolgt“ hat. Dass sie immer wieder darüber gestolpert sind – in einem Buch, in einem Gespräch, auf einem Schild. Bis sie irgendwann gegangen sind.
Sechs Pilger-Typen: Wer bist du auf dem Camino?
Eine der stärksten Erkenntnisse der Studie ist, dass hinter dem gleichen Weg sehr verschiedene Menschen stehen – mit sehr verschiedenen Bedürfnissen, Erwartungen und Erfahrungen. Wir haben sechs Typen identifiziert, die sich so deutlich wiederholen, dass man wirklich von Mustern sprechen kann.
Ich kenne alle sechs aus meiner Community. Und ich erkenne mich selbst in mehr als einem.

Typ 1: Der Krisen- und Neuorientierungspilger
Dieser Typ startet aus einer biografischen Überforderung heraus. Der Camino wird nicht als Abenteuer gesucht, sondern als Unterbrechung – als Atemraum, als Heilungsraum. Besonders berührend sind für diesen Typ oft Momente von Hilfe, Trost, Loslassen.
Was am Ende bleibt: „Mehr Gelassenheit“, „wieder bei mir angekommen“, „mein Leben neu sortiert“. Keine großen Worte – aber tiefe Wahrheiten.
Dieser Typ ist in unserer Studie sehr stark vertreten. Das überrascht mich nicht. Es bestätigt etwas, das ich schon lange glaube: Der Jakobsweg ist einer der wenigen Orte, an denen Schmerz seinen Platz bekommt.
Typ 2: Der spirituell Suchende
Hier steht nicht primär eine Krise im Vordergrund, sondern die Suche nach Gott, Sinn, Transzendenz. Aber Vorsicht: Das ist nicht unbedingt der klassisch-kirchliche Typ. Viele beschreiben eine hybride Spiritualität – zwischen Glaube, persönlicher Mystik und offener Sinnsuche.
„Ich habe meinen Glauben wiedergefunden und mich selbst.“ „Ich weiß nun, dass ich Teil von etwas Größerem bin.“
Schlüsselmomente finden in Kirchen statt, in Messen, am Cruz de Ferro – aber auch in einsamen Morgendämmerungen irgendwo in Galizien.
Typ 3: Der Selbstwirksamkeits- und Bewährungspilger
Die zentrale Frage dieses Typs: Kann ich das schaffen? Der Weg ist eine körperliche und mentale Herausforderung, an der sich etwas beweisen lässt – nicht anderen, sondern sich selbst.
Was faszinant ist: Dieser Typ sucht oft keine Transformation und findet sie trotzdem. Denn wer 800 Kilometer gegangen ist, weiß hinterher, dass er mehr kann, als er dachte.
„Ich weiß, dass ich alles schaffen kann, was ich wirklich machen will. Egal, wie andere das einschätzen.“
Typ 4: Der Entschleunigungs- und Wesentlichkeitspilger
Natur, Einfachheit, Stille. Reduktion auf das Wesentliche. Der Jakobsweg als Gegenwelt zu Beschleunigung, Konsum, Überfrachtung. Dieser Typ schleppt zu Beginn oft noch zu viel im Rucksack – und lernt schnell.
„Was man im Leben braucht, passt in einen Rucksack.“ „Man braucht nicht viel, um glücklich und zufrieden zu sein.“
Ich erlebe diesen Typ besonders häufig bei Menschen, die aus dem Berufsleben in den Ruhestand wechseln – und merken, dass der Alltag sie jahrzehntelang mit Dingen gefüllt hat, die sie gar nicht gebraucht haben.
Typ 5: Der Beziehungs- und Gemeinschaftspilger
Paradox, aber wahr: Viele Menschen gehen den Jakobsweg allein – und erleben ihn als das gemeinschaftlichste Ereignis ihres Lebens. Dieser Typ sucht genau das: echte Verbindung, echte Gespräche, echtes Miteinander.
„Wenn alle so wären wie die Pilger, gäbe es auf der Welt keine größeren Probleme.“
Übertrieben? Vielleicht. Aber ich verstehe, warum jemand das schreibt. Die Begegnungen auf dem Camino haben eine Qualität, die im Alltag selten wird.
Typ 6: Der Wiederholungspilger und Camino-Lebensstil-Typ
Für diesen Typ ist der Jakobsweg kein einmaliges Ereignis mehr, sondern Lebenslinie. Er geht jährlich. Er strukturiert Urlaube, manchmal das ganze Leben um den Camino herum. Der Weg ist Identität geworden.
„Nach dem Camino ist vor dem Camino.“
In meiner Community kenne ich viele, die zu diesem Typ geworden sind. Ich selbst gehöre dazu. Und ich finde das nicht problematisch – sondern zutiefst menschlich. Wenn etwas gut tut, kehrt man zurück.
Was wirklich passiert unterwegs – und was der Mythos verschweigt
Der Mythos der totalen Transformation
Der Jakobsweg gilt als Ort der Verwandlung. Das große Leben-auf-links-krempeln, der radikale Neustart. Und ja – das kommt vor. Aber es ist nicht das, was die meisten erleben.
Was die Daten zeigen: Die häufigsten selbst beschriebenen Veränderungen sind innere Ruhe und Gelassenheit (mit Abstand am häufigsten), gefolgt von Selbstvertrauen und Selbstwirksamkeit, dann veränderter Umgang mit Besitz und Konsum.
Konkrete biografische Umbrüche – der Jobwechsel, die Scheidung, der Neustart – kommen vor, aber sie sind die Ausnahme, nicht die Regel.
Was viel häufiger passiert, ist stiller und in meinen Augen genauso wertvoll: Klärung. Dinge sortieren sich. Prioritäten werden sichtbar. Man hört Fragen, die man zu Hause unter dem Lärm des Alltags nicht mehr hören konnte.
„Ein bisschen mehr Gelassenheit, ein Problem – nicht ganz gelöst, aber fast/gut genug.“
Das klingt bescheiden. Es ist es nicht. Für viele Menschen ist genau das der Durchbruch.
Was den Camino wirklich ausmacht: die anderen Menschen
Ich stelle diese Frage seit Jahren in meinem Podcast und meiner Community: Was war dein berührendster Moment auf dem Camino?
Die Antworten haben mich immer überrascht. Und die Studiendaten bestätigen es jetzt wissenschaftlich:
Der berührendste Moment ist fast nie die Ankunft in Santiago.
Die Auswertung der offenen Antworten ergibt folgendes Bild:

- Begegnungen und Gemeinschaft mit Abstand Platz 1
- Ankunft und Zielerreichung Platz 2
- Camino-Engel (Hilfe durch andere) Platz 3
- Selbstbegegnung und Transformation
- Liturgie und Ritual
- Naturerfahrung
Das ist eine wichtige Botschaft für alle, die den Camino planen: Du gehst nicht dorthin, um irgendwo anzukommen. Du gehst dorthin, um zu begegnen.
Menschen begegnen dir auf dem Weg, die du vorher nie getroffen hättest. Sie kommen aus anderen Ländern, anderen Lebenswelten, anderen Krisen. Und trotzdem – oder gerade deshalb – entstehen Gespräche von einer Tiefe, die im normalen Leben selten wird.
„Als Fremde zu Vertrauten wurden – das hätte ich so nicht erwartet.“ „In der Stille auf einmal eine unbekannte Person kennenlernen, und das Gefühl, ob man sich seit Jahren schon kennt.“ „Schnellen und intensiven Kontakt zu anderen Menschen bekommen. Sehr persönliches Teilen. »Genau so jemanden wie dich wollte ich treffen.«“
Ich habe diese Erfahrung selbst gemacht – auf dem Camino Francés, auf dem Primitivo, auf dem Küstenweg. Immer wieder. Und ich weiß, dass ich damit nicht allein bin.

Taschenbuch: Jakobsweg 200 Fragen (2.Auflage)
Was muss ich wissen, bevor ich losgehe? Diese Frage stellen sich fast alle, die vom Jakobsweg träumen – egal, ob sie ihn gerade erst entdecken oder schon bald die ersten Schritte auf dem Camino gehen. Mit Bonusmaterial und Checklisten.
Was die Erwartungen lehren
Die Dimensionen Erwartungserfüllung zeigen: Die überwiegende Mehrheit der Befragten hat auf dem Camino gefunden, was sie gesucht hat – oder mehr. Besonders hoch ist die Zufriedenheit bei Natur, Abenteuer und dem allgemeinen Gefühl, dass der Weg zu den eigenen Motiven gepasst hat.
Etwas gedämpfter sind die Werte bei der Frage, ob der Weg die gesuchte Klarheit oder Orientierung gebracht hat. Das ist ehrlich und wichtig: Der Camino ist kein Therapeut. Er stellt Fragen – er beantwortet sie nicht immer.
Der Camino Blues: Das Phänomen, über das niemand spricht – bis es passiert
Jetzt kommen wir zu dem Teil der Studie, der mich am stärksten bewegt hat. Und der, glaube ich, am wenigsten bekannt ist.
Der Camino Blues.

Was die Daten zeigen
Wir haben fünf Aussagen zur Rückkehr gemessen, auf einer Skala von 1 bis 5. Die Ergebnisse:
- „Ich hatte das Bedürfnis, möglichst bald wieder einen Camino zu gehen“: 4,29 – das ist der höchste Einzelwert der gesamten Befragung. Höher als jede Zufriedenheitsfrage, höher als jede Motivfrage.
- „Ich habe mich nach der besonderen Atmosphäre des Caminos gesehnt“: 4,18
- „Ich hatte das Gefühl, Teile des Alltags passten nicht mehr zu mir“: 2,95
- „Ich habe mich nach meiner Rückkehr ungewohnt leer oder orientierungslos gefühlt“: 2,46
Das Bild ist klar: Die Sehnsucht nach dem Weg ist enorm. Das Gefühl echter Desorientierung bleibt in der Minderheit – aber das Gefühl, dass der Alltag nicht mehr ganz passt, ist weit verbreitet.
Warum passiert das?
Der Camino hat einen anderen Takt. Sechs, acht Stunden Gehen pro Tag. Keine Termine. Keine Entscheidungen jenseits der nächsten Herberge. Das Gehirn gewöhnt sich daran – und es tut gut. Wenn dieser Rhythmus plötzlich wegfällt, protestiert etwas in uns.
Dazu kommt: Die sozialen Kontakte auf dem Camino sind von einer Intensität, die im Alltag selten ist. Man teilt alles – Schmerz, Erschöpfung, Freude, Stille. Diese Dichte fehlt danach.
Was Pilger selbst berichten
„Zuviel Geschwindigkeit im Leben. Zu wenig Achtsamkeit der Menschen untereinander. Das Gefühl, nicht mehr kompatibel zu sein.“
„Voll Sehnsucht und still, vom Echo der Eindrücke geprägt.“
„Ich war zweieinhalb Monate unterwegs – und die meisten wollten es in zwei Sätzen hören.“
„Wie in einer ›falschen‹ Welt. Alles zu laut, zu schnell.“
Das letzte Zitat trifft es für mich am besten. Der Camino verändert die Wahrnehmung. Danach wirkt der Alltag manchmal wie auf zu hohem Tempo gestellt.
Was hilft
Aus meiner Erfahrung – und das bestätigen auch viele in meiner Community – hilft vor allem eines: Zeit. Die Rückkehr nicht überstürzen. Wenn möglich, nicht direkt vom Flugzeug ins Büro. Ein paar Tage Übergang einplanen.
Wer langsam zurückkommt – mit dem Zug statt dem Flieger, mit einem Zwischenstopp, mit einem letzten Abend allein – trägt den Weg ein Stück länger mit sich. Das klingt romantisch. Es ist pragmatisch.
Was bleibt: Die wichtigsten Erkenntnisse auf einen Blick
Für alle, die keine Zeit für den ganzen Artikel haben, hier die Kernaussagen:
Wer geht: Durchschnittlich 61 Jahre, fast gleich viele Frauen wie Männer, zur Hälfte im Ruhestand.
Warum Menschen gehen: Medien und Literatur (vor allem Hape Kerkeling) sind der häufigste Auslöser, gefolgt von Sport und Herausforderung sowie Lebenskrisen und Übergängen.
Was wirklich passiert: Keine totale Transformation, aber tiefe Klärung. Gelassenheit. Selbstvertrauen. Ein neues Verhältnis zu Besitz.
Was am meisten berührt: Nicht die Ankunft in Santiago, sondern die Begegnungen mit anderen Menschen.
Was nach der Rückkehr schwer fällt: Die Sehnsucht nach dem Weg ist der stärkste Einzelwert der gesamten Befragung. Der Camino Blues ist real – und er ist ein Zeichen dafür, dass etwas Echtes passiert ist.
Was die Zahlen sagen: Weit mehr als drei Viertel der Befragten würden den Weg ausdrücklich weiterempfehlen. Mehr als die Hälfte plant, bald wieder zu gehen.
Mein persönliches Fazit
Ich bin seit 1993 auf Jakobswegen unterwegs. Ich habe den Weg in vielen Lebensphasen gegangen – als junger Mann, als Familienvater, als Unternehmer, als jemand, der selbst Fragen hatte, auf die der Alltag keine Antworten gab.
Was diese Studie mir bestätigt hat: Der Jakobsweg funktioniert. Nicht als Allheilmittel. Nicht für jeden auf dieselbe Weise. Aber er schafft einen Raum, in dem Menschen zu sich kommen – manchmal zum ersten Mal seit Jahren.
Er tut das nicht, weil er magisch ist. Er tut es, weil er einfach ist. Weil er reduziert. Weil er Zeit gibt. Und weil er Menschen zusammenbringt, die alle – auf ihre ganz verschiedene Weise – dasselbe suchen: einen Weg.
Buen Camino.
Peter Kirchmann Gründer von Jakobsweg-Lebensweg, Verleger des Buen Camino Verlags, Autor und Podcast-Host
Diese Studie wurde gemeinsam mit Prof. Dr. Andreas Braun, Wirtschaftspsychologe an der BSP Business School Berlin, durchgeführt. 588 deutschsprachige Pilgerinnen und Pilger aus Deutschland, Österreich und der Schweiz haben teilgenommen. Die Studie befindet sich aktuell im Peer-Review-Verfahren.
Der Camino beginnt oft schon vor dem ersten Schritt
Vielleicht mit einer Frage.
Vielleicht mit einer Sehnsucht.
Vielleicht mit dem Wunsch, wieder klarer zu spüren, was wirklich zählt.
In der Jakobsweg-Community findest du Menschen, die genau diesen Weg kennen: die Vorbereitung, die Unsicherheit, die Vorfreude – und auch das, was der Camino im Inneren bewegen kann.
Hier geht es nicht um höher, schneller, weiter.
Sondern um Austausch, Unterstützung und ehrliche Begleitung auf deinem Jakobsweg und Lebensweg.
