Motivation

Wie ich mich selbst wirkungsvoll motivieren kann

Es gibt unterwegs Tage, an denen du an deine Grenzen stößt, kaputt bist und nicht mehr weiter willst oder nicht mehr weiter kannst. Manchmal fällt es dir schwer dich aufzuraffen und dich zu motivieren. Deine Motivation ist am Boden und du weißt nicht, ob du das schaffen wirst. Das sind oft auch die Momente, in denen du dich frägst, wozu mache ich das eigentlich?

Zum Glück gibt es dafür einige gute Methoden die du nutzen kannst, um dich wieder aufzumuntern.

 

aus dem Inhalt:

  1. Finde heraus was dich motiviert
  2. Das große Ziel im Auge behalten
  3. Motiviere dich durch Visualisierung
  4. positive "Anker" setzen
  5. Belohne dich selbst
  6. Stell dir vor, wie weit du schon gekommen bist
  7. Wenn alles nichts hilft

 

 

1. Finde heraus was dich motiviert

Jeder Mensch erlebt Motivation durch andere Dinge. Finde speziell heraus, was dich persönlich antreibt und dich am besten motivieren kann. Oft sind das auch Kleinigkeiten, mit denen du dich schnell etwas besser fühlen wirst. Wenn du weißt was dich motiviert, kannst du deinen Tagesablauf auch danach ausrichten. Nutze das um dir selbst motivierende Momente zu schenken.

Es gibt viele Möglichkeiten die du ausprobieren kannst: Das kann z.B. ein Innehalten in der Natur sein oder eine kurze Pause in einer kleinen Kirche. Bewußt jedem Menschen denen du begegnest ein fröhliches Lächeln schenken und jedem Mitpilger ein herzliches "buen Camino". Oder vielleicht einfach Mittags eine kleine Siesta etwas abseits des Weges halten. Wieder Anderen tut es gut, ein Stück des Weges alleine zu laufen, während der Nächste in solchen Momenten eher eine Gruppe braucht.

 

das sagen Pilger:

"Ich lenk mich dann durch eine Art Mantra ab, indem ich mir im Gehrythmus "pense pas" - denk nicht - vorsage. Mir hilft das unglaublich gut. Ich erinnere mich dann an all die ungezählten Stunden, die ich mit diesem "pense pas" stur vor mich hingestapft bin, bekomme gute Laune und kann beschwingt ohne zweifelnde Fragen den Weg weitergehen."

"Manchmal gönn ich mir auch ein neues T-Shirt oder so, oder geh in eine Parfümerie und teste alle Probenfläschen durch, der Muff kriegt ne große Ladung Chanel ab, das hält eine Weile und ich kann ab und zu dran schuppern. Da fühl ich mich auch etwas besser."

 

 

2. Das große Ziel im Auge behalten

Erinnere dich an dein "Wozu", an deinen Grund und an deinen Auslöser warum du dich auf den Weg gemacht hast. Dieser eine Moment, an dem du plötzlich beschlossen hattest eines Tages den Jakobsweg zu gehen. Erinnerst du dich noch daran? An deine Entscheidung dich auf den Weg zu begeben und was dies für dich bedeutet? Wieviel Zeit du für deine Vorbereitung genommen hast und wie groß deine Vorfreude und deine Ängste vor dem Unbekannten waren?

 

das sagen Pilger:

"jetzt reichts! Jeden Tag früh aufstehen, in einer muffigen Pilgerherberge im Stockbett schlafen - bin kaum vom Bett runter gekommen - Warum das alles? ab ins nächste Hotel und dann nach Hause! - Stopp, da war doch was? - wollte ich nicht Einfachheit erleben, ohne Zwänge ein paar Wochen in mich hineingehören? - Stimmt, also auf gehts, ich will das in vollen Zügen aufnehmen."

 

 

 

3. Motiviere dich durch Visualisierung

"Du mußt schon da sein, bevor du angekommen bist"

Stelle dir in Gedanken vor, wie du deine Etappe mit Begeisterung und Freude angehst. Wie es sein wird, wenn du an deinem Ziel angekommen bist. z.B. Stelle dir vor wie es sein wird, schon in Santiago angekommen zu sein. Wie fühlt sich das an, welche Freude wirst du empfinden, was wirst du riechen, sehen, schmecken, als erstes tun? Male dir das in bunten Farben und Bildern und im Detail aus. Stelle dir das Gefühl mit all deinen Sinnen vor. Deine Motivation wird dadurch steigen.

 

das sagen Pilger:

"Ich stellte mir vor, wie es wäre/sein wird, in Santiago anzukommen, vor der Kathedrale zu stehen und vor Glück und Dankbarkeit einfach loszuheulen!"

 

 

4. Positive "Anker" setzen

Oft beginnen unsere Selbstzweifel mit den eigenen Gedanken "das schaffe ich nicht", "die Strecke ist viel zu weit", "ich habe keine Lust mehr". Tausche deine alten negativen Informationen gegen neue positive Gedanken. Entscheidend für die Effektivität ist hierbei deine Wortwahl. Dabei geht es auch darum, realistische positive Glaubenssätze zu formulieren.

z.B.: " gestern habe ich meine Etappe auch geschafft", "Schritt für Schritt komme ich dem Ziel näher", "das ist o.k. Ich mache jetzt eine Pause, danach gehe ich gestärkt weiter"

Je mehr du dich bemühst in dem was du erlebst das Positive zu sehen, desto leichter wird es dir fallen auch schwierigere Tage zu meistern.

 

das sagen Pilger:

" den Berg schaffe ich nie hoch, völlig unmöglich, ich bin jetzt schon platt. - Dann überholte mich ein anderer Pilger mit einem Lächeln. Das war so anspornend für mich, dass ich dachte, das mache ich genauso. Ich lächelte und ging Schritt für Schritt den steilen Weg bergauf."

 

 

5. Belohne dich selbst

Verspreche dir eine Belohnung für dein Tagesziel und deine Etappe bevor du morgens losläufst. Das steigert deine Motivation. Schreibe dir deine Belohnung auf und löse dein Versprechen am Abend ein. Das kann z.B. ein schönes Abendessen sein, ausführlich Tagebuch schreiben oder anderes.

 

das sagen Pilger:

"Manchmal greife ich zu Aufputschern - also Kaffee, Erfahrungsgemäß bringt eine Tasse bei mir einen Mindestmotivation von 5 km."

 

"Einmal bin ich in ein Hostel gezogen, ich hatte so "Sehnsucht" nach einer Dusche für mich allein und einem flauschigen Handtuch. Hat geholfen."

 

 

6. Stell dir vor, wie weit du schon gekommen bist

Stelle dir vor, wie weit dich deine Motivation und dein Mut schon geführt hat. Du hast schon viel erlebt. Oft helfen dir die Menschen des Caminos weiter. Die meisten Einheimischen und Mitpilger haben ein gutes Gespür dafür was dir gut tut und muntern dich gerne auf, wenn es bei dir mal nicht so gut läuft.

 

das sagen Pilger:

"Da kam ein ganz netter Mitpilger, hakte mich unter, schleppte mich erst einmal zur nächsten Bar, tränkte mich mit Kaffee und blieb den ganzen Rest des Tages bei mir, damit ich auch ja nicht abhaue. Ich musste mir viel Mühe geben, dass er mich in Zubiri nicht ans Bett gefesselt hat."

 

" Es gibt Momente, da siehst du den vor dir liegenden Weg ganz klar. Und es gibt Momente, da erkennst du kaum die nächste Kurve. Und immer gilt: gehe einfach den nächsten Schritt."

 

 

7. Wenn alles nichts hilft

Wenn dich keiner der Tipps motivieren kann, dann lege einen Tag Pause ein und lasse es dir gut gehen soweit dies möglich ist. Niemand zwingt dich den Jakobsweg zu gehen. An solchen Tagen, an denen du einfach keine Lust und Kraft mehr hast, lass einfach mal die Seele und die Beine baumeln.

 

das sagen Pilger:

"Entbehrung, Anstrengung und etwas Wehtun: ja. Länger anhaltende und in der Bewegung stark einschränkende Schmerzen: Nein"

 

 

Zum Schluss:

Es ist nicht wichtig, daß du jeden dieser Tipps anwendest. Jeder Mensch ist einzigartig. So kann einer der Punkte für dich genau die richtige Motivation sein und wieder andere Punkte sprechen dich gar nicht an. Deswegen finde heraus, was dich ganz persönlich am meisten motiviert und was nicht. Dann kannst du dieses Wissen auch ganz gezielt auf deinem Weg anwenden.

 


Zu deiner Vertiefung und Vorbereitung

kannst du das kostenlose Arbeitsblatt im Buen-Camino-Club downloaden

"Wie ich mich selbst wirkungsvoll motivieren kann"