Jakobstag am 25. Juli in Spanien feiern

Jakobustag in Santiago

 

Jakobstag in Santiago de Compostela, ein einmaliges Erlebnis! Vor allem der 24. Juli mit seiner Open Air Live Multimedia-Show ist ein absolut faszinierendes Schauspiel. Nicht weniger beeindruckend ist der 25. Juli mit seiner kirchlichen Patroziniumsmesse in der Kathedrale.

Der Jakobstag wird auch St. Jakob-, Jakobus- oder Jakobitag genannt. Er findet am 25. Juli 2016 als Festtag für Jakobus den Älteren, Bruder des Evangelisten Johannes, statt. Der Tag wird in der Christlichen Kirche seit dem 8. Jahrhundert an diesem Datum gefeiert. Vom Mittelalter bis in unsere Zeit hinein wurden oft die ersten Erntefeste gefeiert.

 

Jakobstag Bauernregeln

Der Jakobstag war früher in Mitteleuropa ein sehr bedeutender Tag. Er war eine feste Größe im bäuerlichen Leben und ist auch heute noch mit vielen Bauernregeln verbunden. Jakobi war einst ein Bauernfeiertag, an dem die Mägde und Knechte frei hatten und als Teil ihres kargen Jahreslohnes vom Bauern die sogenannte „Jakobizech“ ausgehändigt bekamen.

Im Mittelalter begannen die Bauern um den Jakobstag herum mit dem Roggenmähen als erstem Korn. Daher stammt der Spruch:

„Wenn der Jakobi kommt heran, man Roggen schneiden kann“ Auf diesen Schnitt warteten auch viele Bauern sehnsüchtig, weil die Kornvorräte aus dem Vorjahr fast schon aufgebraucht waren. Dies sagt auch der Spruch: 

„Sankt Jakob nimmt hinweg die Not, bringt erste Frucht und frisches Brot“. Doch nicht nur das Getreide reift Ende Juli, auch manche Äpfel werden reif. So wurden die ersten Frühäpfel auch „Jakobi-Äpfel“ genannt. Am Jakobstag gepflückte Beeren werden Jakobsbeeren genannt und sollten gegen Durchfall helfen.

„Jakobi – schneid’ obi“ , Jakobi-Tag als Beginn des Getreideschnitts.

„Schaut Jakobi im Kalender, sucht man die Sichel her und Bänder“

„Jakob den kalten Stein ins Wasser wirft“. Das Wasser wird wieder kälter, der Hochsommer ist in der Regel vorbei. Zu den Wetterregeln gehört auch: 

„Ist Jakobus am Ort, ziehn die Störche bald fort“

Jakobi heiß – lohnt Müh’ und Fleiß“

„Jakobi klar und rein, wird’s Christfest frostig sein“ 

„Vormittag vom Jakobustag das Wetter bis Weihnachten deuten mag“

 

Jakobstag in Santiago de Compostela

Wenn der 25. Juli auf einen Sonntag fällt, wird das sogenannte „Heilige Jahr“ gefeiert. Dies geschieht alle 6, 5, 6, und 11 Jahre. 1993, 1999, 2004 und 2010 waren Heilige Jahre und das nächste wird das Jahr 2021 sein. In diesen Jahren ist die Pilgerzahl deutlich höher als in normalen Pilgerjahren.

In 2016, dem „Jahr der Barmherzigkeit“, werden mehrere Zehntausend Pilger und Gläubige aus der ganzen Welt in Santiago de Compostela erwartet. Die zweiwöchigen Feierlichkeiten erreichen ihren Höhepunkt am 24. und 25. Juli. Bis zum Jahresende werden schätzungsweise elf Millionen Menschen die Stadt besucht haben.

Darunter auch ca. 280.000 Pilger die traditionell mindestens die letzten 100 Kilometer zu Fuß zurückgelegt haben oder mindestens 200 Kilometer mit dem Fahrrad um die offizielle Pilgerurkunde zu erlangen.

 

Schutzpatron Spaniens

Papst Urban VIII. hatte 1630 den Apostel „Jakobus der Ältere“ zum alleinigen nationalen Schutzpatron Spaniens ernannt. So wurde Santiago de Compostela auch offiziell zum Christlichen Pilgerzentrum in Spanien. Besonders für die Galizier war die Aufwertung ihrer Stadt von hoher Bedeutung.

Der Nationalfeiertag von Galizien ist offizieller Feiertag der Autonomen Region Galizien und wird am 25.Juli gefeiert. Es wird an die Wiederauffindung der Überreste des Apostels in Galizien erinnert, nachdem die Blütezeit der Wallfahrten des Mittelalters fast vollständig erloschen waren. Am 8.Juni 1884 erklärte Papst Leo XIII. die Überreste für echt.

mehr über die Historie des Jakobsweges

 

Apostel Jakobus Fest in Santiago de Compostela

Das Fest zu Ehren des Apostels, Schutzpatron der Stadt Santiago de Compostela, Schutzpatron der Region Galiziens und ganz Spaniens, dauert fast zwei Wochen. Das religiöse Fest, die offiziellen Feierlichkeiten haben Volksfestcharakter und tragen dazu bei, dass die ganze Stadt zum Schauplatz eines riesigen Festivals wird.

In beiden Wochen finden sehr abwechslungsreiche Kulturveranstaltungen statt. Viel Musikkonzerte, Dudelsackmusik, Tanz, Theateraufführungen, das traditionelle Treffen von Blaskapellen aus ganz Galizien, Vorführungen regionaler Trachten und Volkstänze sind weitere Programmpunkte der Festtage. Wenn du dich für das Festtagsprogramm 2016  interessierst kannst du es durchlesen.

Santiago y Tapas

Es gibt eine Tour durch Restaurants und Bars, die sich sehr gut eignet, um die Gastronomie von Santiago in Form von Tapas zu probieren und kennen zu lernen. Im November gibt es hierfür ein eigenes Festival. Zahlreiche Lokale stellen ihre innovative Kreationen vor, deren Qualität von den Besuchern bewertet wird. Der „Tapasportes“, ein Tapas-Wegweiser, führt auf verschiedenen Routen durch die Stadt zu den teilnehmenden Restaurants und Bars. Für jede Tapas die der Gast probiert, erhält der Testesser dort einen Stempel :-). zur gastronomischen Tradition in Santiago.

Fuegos del Apostol

Der 24. Und 25. Juli bilden die Höhepunkte der Feierlichkeiten. Am 24. Juli kündigen die Glocken der Kathedrale um zwölf Uhr Mittags das Geschehen dieser Nacht an. Zu Ehren des Apostels findet eine beeindruckende Lasershow und Feuerwerkshow statt. Unter anderem wird sowohl die Fasade der Kathedrale als auch der Palacio de Raxio als Projektionsfläche für die Multimediashow genutzt.

Echte Musiker untermalen die Show mit passender Musik. Eine audiovisuelle Show der Extraklasse. Die Plaza del Obradoiro vor der Kathedrale füllt sich während des Spektakels mit Licht, sodass die Zuschauer in eine magische Welt entführt werden. Am meisten beeindrucken die mehrdimensionalen Projektionen auf den Wänden der Kathedrale, die zum Leben zu erwachen scheint.

Der spanische König in Santiago

Am 25. Juli beginnt der Ehrentag des heiligen Jakobus um zehn Uhr mit einer feierlichen Prozession und der heiligen Messe in der Kathedrale. Der spanische König oder ein Abgesandter des Königshauses bietet während des Gottesdienstes dem Apostel seine traditionelle Opfergabe dar. In der Messe kann man sehen, wie der „Botafumeiro“, der riesige Weihrauchkessel, durch die Kathedrale schwingt und dabei die ganzen Kirche mit Weihrauchgeruch füllt. Das Weihrauchfass wird von acht Personen an einem langen Seil gezogen und mit hoher Geschwindigkeit durch das Querschiff der Kathedrale geschwungen. Der Weihrauch sollte früher die schlechten Gerüche aus der Kirche vertreiben.

 

Was erwartet den Fuß-Pilger?

Am Jakobstag in Santiago zu sein ist schon ein Erlebnis, allerdings ist die Stadt dann sehr voll und alle wollen an diesem Tag in Santiago ankommen. Deshalb ist es gut, sich darüber vorab im klaren zu sein. Wem also am Ende des Weges solch ein Rummel nichts ausmacht, für den wird es sicher ein besonderes Erlebnis sein. 

Jedem anderen Fuß-Pilger der mehrere Wochen gewandert ist kann ich nur raten, an diesen Tagen Santiago weitläufig zu meiden, sonst ist die Enttäuschung vorprogrammiert.

 

Eindrücke des 24. und 25. Juli

24. Juli Fuegos del Apóstol 2012. Mapping Catedral de Santiago. Oficial HD

Multimedia-Show mit fortschrittlichsten Technologien. Die Barockfassade der Kathedrale wurde mit 4D Technik in einen riesigen Bildschirm verwandelt. Die Geschichte des Jakobskultes wurde durch eine virtuelle Tour erzählt und mit Projektionen, Licht, Ton, Musik, Pyrotechnik und Spezialeffekte kombiniert .

Die Tonbearbeitung hatte einen Umfang von mehr als 50.000 Watt. Es war eine audiovisuelle Produktion in Full-HD- Auflösung von Filmen. 12 Großformat – Projektoren mit einer Gesamtkapazität von 300.000 Lumen wurden genutzt.

 

24. Juli Fuegos del Apóstol 2015. OFICIAL

Audiovisuelles Feuerwerk des Festes des Apostels, auf der Plaza del Obradoiro in der Nacht vom 24. Juli 2015. Die Darstellung thematisierte die Feier der Erklärung von Santiago de Compostela als Weltkulturerbestadt vor 30 Jahren.

Die wichtigste Neuerung dieser Show war, die verschiedene Räume der Plaza mit Lichteffekten und Feuerwerk und echte Musiker zu einer Gesamtkomposition verschmelzen zu lassen.

 

Botafumeiro in der Kathedrale

„Der Botafumeiro ist ein enormer Weihrauchkessel, der seit dem Mittelalter als Reinigungsinstrument einsgestzt wird, in einer Kathedrale, in der sich Scharen von Menschen zusammendrängten. Heute, 800 Jahre danach, wird bei den Anwesenden immer noch große Bewunderung ausgelöst, wenn nach der Kommunion aus den barocken Orgelpfeifen die Aposel-Hymne ertönt und dieses physikalische Wunderwerk vor dem Hochaltar mit seinen erstaunlichen Pendelbewegungen beginnt, wobei der Weihrauchkessel so weit nach oben schwingt, dass er fast gegen das Gewölbe des Querhauses stößt.

Um den Botafumeiro in Bewegung zu bringen, sind acht Männer erforderlich, die sogenannten ‘Tiraboleiros’, die ihn gefüllt mit Weihrauch und Kohle aus der Bibliothek herbeibringen. Nach seiner Besfestigung mit drei dicken Knoten an dem Seil, das vor dem Hochaltar herabhängt, pumpen ihn die „Tiraboleiros“ nach oben, wobei sie jeweils mit Kraft und Präzision ziehen, wenn er sich an der tiefsten Stelle seiner Pendelbewegung befindet. Auf diese Weise erreicht der Botafumeiro in der kurzen Zeit von anderthalb Minuten eine Geschwindigkeit von 68 Stundenkilometern und bildet, am höchsten Punkt angekommen, einen Winkel von 82 Grad zur Senkrechten, wobei er einen 65 Meter breiten Bogen längs des Querhauses beschreibt. Es sind insgesamt 17 Hin- und Herbewegungen, die bei den Zuschauern eine lebenslange Erinnerung hinterlassen.“ Text Botafumeiro, Quelle: www.santiago-tourismo.com

 

Wenn du jetzt Lust bekommen hast, im nächsten Jahr am 25. Juli in Santiago dabei zu sein, dann buche rechtzeitig deine Unterkunft. Du kannst hierfür auch das kostenlose Pilgerherbergsverzeichnis nutzen. Unter Santiago de Compostela sind auch Pensionen, Hostals und Hotels angegeben.

 

 


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